Rheinland-Pfalz Schierstein: Dobrindt gegen Verzögerung

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(kad). Im Streit um den Ausbau der A 643, der Fortsetzung der derzeit gesperrten Schiersteiner Brücke zwischen Mainz und Wiesbaden, mahnt Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) seinen Mainzer Amtskollegen Roger Lewentz (SPD), weitere Verzögerungen bei den Planungen zu vermeiden. Er verweist außerdem auf frühere Vereinbarungen.

BERLIN

/MAINZ Der vierseitige Brief, der am 6. Februar unterzeichnet wurde, also vier Tage vor dem folgenschweren Bauunfall, liegt der RHEINPFALZ vor. Vor einer Woche hatte Lewentz mitgeteilt, in dem Brief, der ihn am 18. Februar erreicht habe, sei die bereits 2013 erfolgte Weisung zum sechsspurigen Ausbau der A 643 bestätigt worden. Damit sind die rot-grünen Pläne gescheitert, nach der neuen sechsspurigen Schiersteiner Brücke in Rheinland-Pfalz vierspurig zu bleiben. Im Koalitionsvertrag war vereinbart worden, statt der bisher sechsspurigen Planung eine Lösung zu erarbeiten, wonach die Standstreifen einer vierspurigen Autobahn zeitweise für den Verkehr freigegeben werden sollen. Dadurch sollte das Naturschutzgebiet „Mainzer Sand“ möglichst geschont werden. Laut Dobrindt sind sechs Spuren wegen des Verkehrsaufkommens nötig. An dieser Stelle werden in 15 Jahren 80.000 Fahrzeuge täglich erwartet, davon überdurchschnittlich viel Schwerverkehr. Der Eingriff in Natur und Landschaft werde, so Dobrindt weiter, ohnehin „maßgeblich“ von der neuen Rheinbrücke bestimmt. Die Schiersteiner Brücke wird künftig aus zwei Brückenbauwerken bestehen. Neben der alten ist eine neue bereits im Bau. Für diese Brücke muss auf rheinland-pfälzischer Seite als Fortsetzung eine sogenannte zweite Vorlandbrücke gebaut werden, die in das Naturschutzgebiet ragen wird – unabhängig von einer sechs- oder vierspurigen A 643. Wegen des Klagerisikos von Naturschützern ging das Land zunächst einen anderen Weg: Der Verkehr soll von der neuen Brücke über einen Anbau auf den alten Anschluss geführt werden. Dazu Dobrindt: „Hierdurch entsteht eine Verschwenkung, die ( Ein sechsspuriger Ausbau mit einem schmaleren Mittelstreifen und einer steileren Böschung ist laut Dobrindt nur wenig breiter als die vierspurige Lösung, bietet aber „eine erhebliche Verbesserung der Leistungsfähigkeit und Verkehrssicherheit“. Schließlich verweist Dobrindt darauf, dass Rheinland-Pfalz und Hessen die Planung und den Ausbauquerschnitt der Schiersteiner Brücke vertraglich vereinbart hätten. Dies könne nicht nachträglich einseitig geändert werden.

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