Corona-Zwischenbilanz
Pfälzer Städte und Landkreise: Achterbahnfahrt im Lockdown
Aktuell liegen nur Zweibrücken und Pirmasens wieder unter dem Schwellenwert, ab dem eine Kommune als Risikogebiet gilt. Noch weit von einer Entspannung entfernt sind vor allem Speyer und Ludwigshafen. Den Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen (7-Tage-Inzidenzwert) hat die Politik zum Maßstab in der Corona-Pandemie erklärt. Nach dem Aktionsplan der rheinland-pfälzischen Landesregierung gilt bei Überschreiten dieses Werts die „Alarmstufe Rot“ (Risikogebiet).
Der Zielwert der Politik
Der Inzidenzwert von 50 war bereits bei Erlass der verschärften Beschränkungen Anfang November als Zielwert genannt worden, denn dann wird angenommen, dass das Gesundheitssystem nicht dauerhaft überlastet wird und die Gesundheitsämter die Kontaktnachverfolgung bewältigen können. Derzeit liegt der 7-Tage-Inzidenzwert bundesweit bei rund 140, in Rheinland-Pfalz bei knapp 130.
Trotz der Kontaktbeschränkungen und Schließungen, die mit dem Teil-Lockdown seit dem 2. November gelten, war in der Pfalz die Entwicklung der Neuinfektionszahlen teils dramatisch: In Speyer und Ludwigshafen lag der Wert streckenweise über 300. Beide Städte erlebten in den vergangenen vier Wochen ein Auf und Ab – eine wahre Achterbahnfahrt bei den Infektionszahlen.
Einen 7-Tage-Inzidenzwert von über 200 hatten stellenweise die Landkreise Kusel und Kaiserslautern. Neben den Städten Pirmasens und Zweibrücken kamen in den vergangenen Wochen auch Neustadt, Landau sowie der Kreise Südwestpfalz, Bad Dürkheim und Südliche Weinstraße zuletzt vergleichsweise glimpflich durch die Corona-Krise, auch wenn sie von der Zielmarke eines Inzidenzwertes von 50 noch ein Stück entfernt sind.
Kein Anlass für Optimismus
Die Entwicklung des Inzidenzwertes in der Pfalz zeigt jedoch in den meisten Fällen, dass die Höchststände schon ein paar Tage zurückliegen. Doch Anlass für Optimismus ist dies noch nicht. Denn auch nach drei Wochen „Lockdown light“ ist in ganz Rheinland-Pfalz eine deutliche Trendwende bei den Neuinfektionen noch nicht erkennbar: Am Sonntag meldete das Landesuntersuchungsamt 723 neue Fälle. Das ist zwar deutlich weniger als der bisherige Höchststand von 1155 Neuinfektionen (11. November). Aber an Sonntagen und Montagen sind die Zahlen vergleichsweise gering, weil laut Robert Koch Institut am Wochenende weniger Proben genommen werden und dadurch auch insgesamt weniger getestet wird. Teilweise melden die Gesundheitsämter zudem die Neuinfektionen, die es am Wochenende gegeben hat, erst verspätet. Deshalb ist es sinnvoller die landesweit 723 neuen Fälle vom Sonntag mit dem Wert von Sonntag vor einer Woche zu vergleichen - damals waren es 550 Neuinfektionen. Auch diese Gegenüberstellung zeigt, dass von einer Trendwende noch nicht die Rede sein kann. Jetzt kommt es auf den Verlauf der vierten Lockdown-Woche an.
Die Gesamtzahl der Fälle seit Beginn der Pandemie stieg in Rheinland-Pfalz auf 38.284 (Stand: Sonntag, 11 Uhr) . Die Anzahl der Todesfälle von infizierten Menschen stieg um vier auf 420.