Rheinland-Pfalz Neustadt: Bezirksärztekammer Pfalz feuert Geschäftsführer
Die Bezirksärztekammer Pfalz hat gestern per Pressemitteilung darüber informiert, dass sie ab 1. Mai eine neue Geschäftsführerin haben wird. Mit keinem Wort äußerte sich die Kammer dazu, was aus dem langjährigen Amtsinhaber Martin Jäger geworden ist. Nach RHEINPFALZ-Informationen wurde ihm bereits im vergangenen August fristlos gekündigt.
Seit geraumer Zeit ist auf der Internetseite der in Neustadt ansässigen Kammer nachzulesen, dass drei nicht gerade unwichtige Posten nur „kommissarisch“ besetzt seien. Nämlich die Stelle des Geschäftsführers, die des Büroleiters und die Stelle der Referatsleiterin für Weiterbildung. Seit wenigen Tagen bekundet die Kammer auf ihrer Internetseite, „dass sich die Interimsregelung mit kommissarischer Geschäftsführung dem Ende zuneigt“. Bemerkenswert ist der folgende Satz: „Damit wird die Bezirksärztekammer einen großen Schritt auf dem Weg zum geregelten Geschäftsbetrieb vorankommen.“
Nachfragen wurden abgeblockt
Damit drängt sich die Frage auf, ob der Geschäftsbetrieb dieser Körperschaft des öffentlichen Rechts in der letzten Zeit etwa nicht „geregelt“ war und wie sich das auf die 7100 Mitglieder auswirkte. Als „kommissarischer Geschäftsführer“ wird momentan auf der Internetseite Marcel Biegler ausgewiesen. Dieser Chirurg aus Mainz ist offenbar eine Vielzweckwaffe: Er gehört sowohl dem Vorstand der rheinhessischen Kammer als auch der Landesärztekammer an, wie auf deren Internetseiten nachzulesen ist. Vorstandsvorsitzender der Neustadter Kammer ist der Ludwigshafener Chirurg Claus Beermann. Nachfragen an die Kammer, um von Biegler oder Beermann mehr über den Rauswurf ihres Geschäftsführers Jäger zu erfahren, wurden gestern – wie schon vor Wochen – abgeblockt: Da es sich um ein laufendes Verfahren handele, könne nur der Rechtsanwalt der Kammer Auskunft geben. Dort war gestern ebenfalls keine Stellungnahme zu erhalten.
Nachfolge ist bereits geregelt
Dem Vernehmen nach ist zwar der Rechtsstreit um die mehrfach gegenüber Jäger ausgesprochene fristlose Kündigung noch nicht abgeschlossen. Dessen ungeachtet hat die Kammer aber bereits die Nachfolge geregelt: Ab 1. Mai wird Susanne Wagenmann die Geschäftsführung der Neustadter Kammer übernehmen. Das ist deshalb erstaunlich, weil sie erst im Dezember 2017 die Geschäftsführung der Landespflegekammer in Mainz übernommen hat. Und der Wechsel von einer Landes- zu einer Bezirkskammer erscheint nicht gerade als beruflicher Aufstieg. Wagenmann, die gestern ebenfalls nicht zu erreichen war, wird allerdings von verschiedener Seite als „kompetent“ bezeichnet. Der Weggang aus Mainz habe rein private Gründe, hieß es.