Rheinland-Pfalz
Neue Umweltministerin im Porträt: Beherzt greift Spiegel zu
Noch im Juli wich Anne Spiegel der Frage aus, ob sie Umweltministerin werden wolle. „Es geht um Inhalte, nicht um Köpfe“, hat die Integrationsministerin und Spitzenkandidatin der Grünen in politischem Floskel-Deutsch geantwortet. Vier Monate später greift die Frau aus Speyer kurz vor ihrem 40. Geburtstag beherzt nach dem Ministeramt – zusätzlich zu dem, das sie schon inne hat. Schnell schafft sie am Freitag Klarheit, zwei Tage nachdem Ulrike Höfken über die Beförderungsaffäre gestolpert ist. „Du bist Mutter von vier Kindern, dann kannst du auch Chefin von zwei Ministerien sein“, habe eines ihrer Kinder zur neuen Aufgabe gesagt.
War für Führungsaufgaben bereit
Schon einmal hat Spiegel Verantwortung übernommen: 2016, als die Grünen fast aus dem Landtag geflogen wären und in einer tiefen Depression steckten. Sie war für die Fraktionsführung bereit – mit dem erfahrenen Bernhard Braun an ihrer Seite. Letztlich wurde sie Ministerin.
Ein Jahr auf Weltreise
In Ludwigshafen und Speyer aufgewachsen, gehörte Spiegel schon mit 19 Jahren zur Führungsriege der Grünen Jugend. Nach dem Abschluss ihres Studiums der Politik, Philosophie und Psychologie ging sie für ein Jahr auf Weltreise und arbeitete anschließend als Sprachlehrerin. 2011 wurde sie Landtagsabgeordnete und 2016 Integrationsministerin. In dem Ministerium mit seinem kleinen Budget hat sie keine großen Gesetzesvorhaben auf den Weg gebracht. Wegen rechter Bedrohungen nach dem Mord in Kandel – ein junger Afghane tötete Ende 2017 eine Jugendliche – steht Spiegel unter Personenschutz.