Artenschutz RHEINPFALZ Plus Artikel Nachweis per Fotofalle: Fischotter in Rheinland-Pfalz zurückgekehrt

Rund um einen Bieberdamm fühlte sich dieser Fischotter wohl.
Rund um einen Bieberdamm fühlte sich dieser Fischotter wohl.

Der Fischotter ist zurück in Rheinland-Pfalz. Das ist eine gute Nachricht. Denn die Rückkehr sagt viel über den Zustand der Flüsse im Land aus.

Der Fischotter ist zurück in Rheinland-Pfalz. Die Aufnahme einer Wildkamera im Kreis Alzey-Worms zeigt die in Deutschland heimische Art „lutra lutra“ (Eurasischer Fischotter) auf einem Biberdamm. Das teilt die Stiftung Natur und Umwelt (SNU) mit, die direkt dem Umweltministerium in Rheinland-Pfalz unterstellt ist und bereits bei der Wiederansiedlung des Luchses im Pfälzerwald vor zehn Jahren federführend war. Der Fischotter gilt in Deutschland als gefährdete Art und war jahrzehntelang in Rheinland-Pfalz verschollen. In Deutschland gibt es nur noch in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern größere Otterpopulationen. Weiterhin gibt es Fischotter in einigen Regionen von Sachsen, Sachsen-Anhalt, Bayern, Niedersachsen sowie in Schleswig-Holstein.

Für die Naturschützer ist der Nachweis eine gute Nachricht. Seit einigen Jahren engagiert sich die Stiftung im Verbundprojekt „Deutschland wieder Otterland“, mit dem Ziel, Fischotter wieder stärker im Südwesten Deutschlands auszubreiten. Umweltministerin Christine Schneider (CDU) freut sich, dass mit dem Projekt nun erstmals ein Nachweis über einen Fischotter gelungen ist: „Dieser Nachweis ist ein besonderer Moment für den Artenschutz in Rheinland-Pfalz.“

Wichtige Zeigerart

„Rheinland-Pfalz galt lange Zeit als Bruchstelle zwischen den Fischotterpopulationen im Osten und Westen Europas“, erklärt Projektleiterin Sarah Rossi. Diese Lücke wolle man in Zukunft wieder schließen und dafür sorgen, dass sich Fischotter hier wieder wohlfühlen.

Dafür brauche es vor allem naturnahe und renaturierte Gewässer, sagt Rossi. „Der Fischotter ist auf intakte Lebensräume angewiesen. Er nutzt Flüsse, Bäche, Auen und Uferbereiche als Nahrungsraum, Wanderkorridor und Rückzugsgebiet. Renaturierte Gewässer bieten dafür wichtige Voraussetzungen.“ Dazu würden etwa abwechslungsreiche Uferstrukturen, naturnahe Gewässerläufe und Versteckmöglichkeiten zählen. Mit seiner Rückkehr zeige der Fischotter auch, wie gut es um einzelne Gewässerabschnitte steht, sagt Rossi. Er komme nur dort vor, wo das Nahrungsangebot ausreichend und genügend Rückzugsorte für den Nachwuchs vorhanden seien.

Staumauern und Wehre ein Problem

Auch der Biber spiele laut Rossi in solchen Lebensräumen eine wichtige Rolle. Durch seine Dämme entstünden vielfältige Strukturen, Feuchtbereiche und neue Lebensräume, von denen zahlreiche Tier- und Pflanzenarten profitieren können. Dass der Fischotter nun in einem bekannten Biberrevier nachgewiesen wurde, zeige eindrucksvoll, wie eng die Rückkehr heimischer Arten mit der Wiederherstellung naturnaher Gewässer verbunden ist.

Von diesen naturnahen Gewässern gebe es in Rheinland-Pfalz übrigens einige, die in Zukunft als Heimat für den Fischotter in Frage kämen, sagt Rossi. Dazu würden etwa Sieg und Wied im Westerwald oder der Glan, der unter anderem durch das Saarland und den Kreis Kusel fließt, zählen. Doch diese zu erreichen, sei für Otter weiterhin ein großes Problem. Staumauern, Wehre und Brücken erschweren den Tieren die Wanderung. Viele Fischotter würden deshalb immer wieder verenden, weil sie auf ihrer Wanderung von Autos überfahren werden.

x