Rheinland-Pfalz Nach der Winterpause erst mal warm fahren

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LUDWIGSHAFEN/KAISERSLAUTERN (jüm). Hauptursache für Motorradunfälle ist nach wie vor zu forsches Tempo. Das geht aus den Statistiken der beiden pfälzischen Polizeipräsidien in Kaiserslautern und Ludwigshafen hervor. Mit Kontrollen, aber auch mit Aufklärung soll das Unfallrisiko eingedämmt werden.

Mit strahlendem Sonnenschein und milden Temperaturen hatte sich der Frühling in der vergangenen Woche zurückgemeldet. Ungezählte Motorradfahrer nutzten denn auch das Wochenende zum Start in die Saison. Die Kehrseite: Allein seit Freitag kam es in Vorder- und Westpfalz zu mindestens fünf Unfällen, bei denen sechs Biker überwiegend schwer verletzt wurden, wie aus den Polizeiberichten hervorgeht. In einem Fall musste eine 47-Jährige sogar mit dem Rettungshubschrauber in eine Ludwigshafener Klinik transportiert werden. Im vergangenen Jahr starben allein in Vorder- und Südpfalz zehn Biker nach einem Motorradunfall, fünf Menschenleben waren im gleichen Zeitraum in der Westpfalz zu beklagen. Darüber hinaus erlitten insgesamt 272 Fahrer beziehungsweise Beifahrer schwere Verletzungen. Obwohl motorisierte Zweiräder nur acht Prozent der zugelassenen Fahrzeuge ausmachen, waren sie an über 19 Prozent aller Verkehrsunfälle beteiligt, geht aus dem Jahresbericht des Polizeipräsidiums Westpfalz hervor. Michael Baron, beim Polizeipräsidium in Ludwigshafen für das Thema Verkehr zuständig, appelliert an die Biker, es nach der Winterpause langsam angehen zu lassen: „Fahren Sie sich zuerst warm.“ Vor allem seien „ein dosierter Umgang mit dem Gasgriff und eine vorausschauende Fahrweise die Basis für eine unbeschadete Heimkehr“. Aber auch die Autofahrer müssten sich nach dem Winter erst wieder an eine höhere Zahl an motorisierten Zweirädern gewöhnen: „Achten Sie auf die schmalen Silhouetten von Motorradfahrern, insbesondere beim Abbiegen an Kreuzungen und Einmündungen“, mahnt Baron. Weil sie leicht übersehen werden können, sollten die Biker auffällige und kontrastreiche Bekleidung mit Leuchtstreifen tragen. Für den 5. Juli planen die beiden pfälzischen Präsidien wieder von 11 bis 18 Uhr einen gemeinsamen Verkehrssicherheitstag auf Johanniskreuz, der sich mit seinem Programm speziell an Motorradfahrer wendet, wie Baron und sein Kaiserslauterer Kollege Willibald Weigel informieren. Außerdem organisiert am 10. und 17. Mai die Verkehrswacht Pirmasens zusammen mit dem Polizeipräsidium Westpfalz einmal mehr „Biker-Start-ups“. Bei diesen Veranstaltungen steht die Unfallverhütung im Mittelpunkt. Weil aber Aufklärung und Appelle nicht bei allen Fahrern gleichermaßen auf fruchtbaren Boden fallen, werden in diesem Jahr auch die Tempokontrollen fortgesetzt.

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