Kreis Kaiserslautern
Nach der Bluttat in Weilerbach: Um 13.55 Uhr gibt er auf
Um 13.55 Uhr am Donnerstag war die seit Dienstag währende fieberhafte Suche vorbei: Da kam der 38-jährige Weilerbacher selbst zur Polizeiinspektion 1 in der Kaiserslauterer Gaustraße. Unbewaffnet. Über die genauen Umstände, über den Eindruck, den der 38-Jährige gemacht hat, was er gesagt hat: Dazu gibt die Polizei keine Auskunft. Nur: „Es war problemlos“, sagte Michael Hummel, Sprecher des Polizeipräsidiums Westpfalz, über ein relativ unspektakuläres Ende einer spektakulären Suchaktion im Kreis Kaiserslautern.
Die Polizei hatte am Dienstag in einem Gehöft zwischen Weilerbach und Hirschhorn die Leichen einer 60-jährigen Frau und eines 65-jährigen Mannes gefunden – die Mutter des Tatverdächtigen sowie deren Lebensgefährte. Der 38-Jährige soll die beiden getötet haben – entweder am Dienstag oder bereits einen Tag zuvor.
Warten bis die Luft rein ist
Die Polizei hatte mit ungewöhnlich großem Aufgebot nach ihm gesucht. Mit deutlich mehr als 100 Polizeikräften, inklusive Bundespolizei, Spürhunden und zwei Polizeihubschraubern wurde die Gegend „bei Tag und Nacht“ durchkämmt, wie Polizeisprecher Bernhard Christian Erfort sagte. „Selbstverständlich sind wir froh, dass er jetzt festgenommen ist“, so Erfort. Viele Menschen hätten sich während der zwei Tage besorgt gefragt, „wann sie denn wieder rauskönnen“. Es war befürchtet worden, dass der Mann bewaffnet sein könnte. Vor allem Eltern seien verängstigt gewesen, ihre Kinder zur Schule oder in die Kita zu bringen. Der ganze Ort atmete am Donnerstag auf.
Der Ermittlungsrichter hatte bereits am Mittwoch Haftbefehl gegen den Mann erlassen, wie die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern am Donnerstag informierte – unter anderem wegen des Verdachts der Schwerkriminalität. Zuletzt war ihm die Polizei wohl nahe auf der Spur. Demnach hatte ein Zeuge am Mittwochabend mitgeteilt, er habe den Verdächtigen auf einem Traktor gesehen. Diesen ließ er laut Polizei stehen und flüchtete zu Fuß.
Die Hinhaltetaktik
Am Dienstag hatte die Polizei den Verdächtigen laut Staatsanwaltschaft noch am Tatort angetroffen. Zu einem Zeitpunkt, als die Beamten noch nichts von dem Tod der zwei Menschen wussten. Beamte hatten die Mutter gesucht, da sie nicht an ihrem Arbeitsplatz erschienen war. Der 38-jährige Sohn öffnete die Tür und hielt die Beamten hin: Er wolle die Freundin der Mutter anrufen, sagte er laut Ermittlern. Und verschwand im Haus. „Und dann ward er nicht mehr gesehen“, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Udo Gehring am Donnerstag auf Anfrage. Bei der Durchsuchung des Hauses wurden dann die beiden Leichen entdeckt. Deren Obduktion ergab, dass die Frau und der Mann durch Gewalteinwirkung umkamen, nicht durch Schussverletzungen.
Geschäftliche Probleme
Gegen den Weilerbacher besteht laut Behörde auch der Verdacht, in der Nacht zu Montag Feuer in Nachbarorten gelegt zu haben: Eine Scheune, ein Carport und eine Garage brannten aus. Sie gehörten zwei Männern, mit denen der Verdächtige – selbst im Fensterbau tätig – in geschäftlicher Beziehung stand. Laut Staatsanwalt Gehring hatte der 38-Jährige geschäftliche Probleme. Der sitzt seit Donnerstagnachmittag im Gefängnis. Bei der Vernehmung habe er geschwiegen – das Tatmotiv ist unklar.