Weilerbach
Tatverdächtiger stellt sich: Aufatmen in Weilerbach
Kurz vor 14 Uhr taucht der 38-Jährige, der auch für Brände in Erzenhausen und Mackenbach verantwortlich sein soll, in der Kaiserslauterer Polizeiinspektion 1 in der Gaustraße auf. Nicht viel später machte die Polizei die Nachricht publik. In der Verbandsgemeinde Weilerbach und in Otterbach-Otterberg, wo zuletzt ebenso intensiv gefahndet wurde, machte sie schnell die Runde.
„Meine Tochter hat mir die Twitter-Meldung weitergeleitet“, berichtete Weilerbachs Ortsbürgermeister Horst Bonhagen zwischen 14 und 15 Uhr. Er sendete sie dann selbst gleich an Bekannte weiter. „Gut, dass es so ausgegangen ist“, meinte er darüber, dass sich der Tatverdächtige gestellt hat. Dies bedeute nun schon eine Erleichterung für Weilerbach – in einem Gehöft etwas außerhalb des Ortes hatte die Polizei am Dienstag die beiden Leichen gefunden. Nach dem Tatverdächtigen fahndete sie bis Donnerstagnachmittag mit großem Aufgebot. Angst und Unsicherheit seien seitdem schon zu spüren gewesen in Weilerbach, findet Bonhagen. So habe er zum Beispiel einen Termin mit einer Firma am Donnerstagmorgen gehabt, die ihn prompt angerufen habe, ob sie überhaupt kommen könne. „Es tragisch, was da passiert ist“, stellte der Ortsbürgermeister über die Geschehnisse fest. Diese und ihre möglichen Hintergründe würden natürlich weiterhin Dorfgespräch bleiben: „Das interessiert jeden, das ist ja ein besonderer Fall.“
Erinnerungen an die Ermordung der zwei Ärzte werden wach
„Erleichterung“ ist auch das Wort, das von Anja Pfeiffer, Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Weilerbach, mit als Erstes zu hören ist. Froh zeigte sie sich am Donnerstag darüber, dass alles ohne weiteres Blutvergießen zu Ende gegangen ist. Vor allem am ersten Tag sei alles sehr dramatisch gewesen, findet Pfeiffer. In Weilerbach erinnere sich noch jeder gut daran, dass vor neun Jahren zwei Hausärzte in ihrer Praxis getötet wurden: „Eine sensible Geschichte“ seien die jüngsten Ereignisse deswegen im Ort gewesen. Kurz nach 13 Uhr hatte die Bürgermeisterin am Donnerstag noch Kontakt mit der Polizei, die ihr berichtet hatte, dass die Fahndung nach wie vor laufe. Eine Stunde später klingelte dann ihr Telefon erneut – es gab die erlösende Nachricht.
Verdächtiger angeblich auf Traktor gesichtet
Zuletzt suchte die Polizei auch noch intensiv in der nachbarlichen Verbandsgemeinde Otterbach-Otterberg, im Bereich Sambach, Katzweiler, Hirschhorn. Aus Sambach, einem Ortsteil von Otterbach, war nach Polizeiangaben am Mittwoch ein „konkreter Hinweis“ auf den Verdächtigen gekommen, der dort zunächst auf einem Traktor gesehen worden sein soll, bevor er zu Fuß flüchtete. Bis in den späten Abend hinein sei ein Hubschrauber über dem Ort gekreist, berichtete Harald Westrich, Bürgermeister der VG Otterbach-Otterberg. Es habe teilweise Sperrungen und Fahrzeugkontrollen gegeben. „Manche haben richtig Angst gehabt.“ In einem solch ländlichen Gebiet sei es sehr schwer, einen Flüchtigen zu finden, meinte der frühere Polizist. Jeder habe seit Dienstag gespannt auf neue Nachrichten gewartet. Nun gebe es eine „große Erleichterung“.