Rheinland-Pfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Medizinstudium: Quote für künftige Kinderärzte beschlossen

Drei Prozent der 450 Studienplätze für Medizin sollen an Kandidaten gehen, die eine gewisse Zeit auf dem Land als Kinderärzte ar
Drei Prozent der 450 Studienplätze für Medizin sollen an Kandidaten gehen, die eine gewisse Zeit auf dem Land als Kinderärzte arbeiten möchten.

Der Landtag hat am Donnerstag mit den Stimmen der regierungstragenden Ampel-Fraktionen und der Freien Wähler die sogenannte Landkinderarztquote beschlossen.

Drei Prozent der jährlich rund 450 Medizinstudienplätze in Rheinland-Pfalz werden ab Sommer 2026 für Kandidatinnen und Kandidaten reserviert, die sich verpflichten, nach Studium und fachärztlicher Weiterbildung zehn Jahre lang als Kinder- und Jugendärzte in ländlichen Gebieten zu arbeiten.

Die Quote ergänzt die unter vergleichbaren Konditionen bereits seit 2020 bestehende Regelung für Allgemeinmediziner, die einem Ärztemangel in manchen Gebieten des Bundeslandes entgegenwirken soll. Nach Darstellung von Gesundheitsstaatssekretärin Nicole Steingaß (SPD) ebne das Bewerbungsverfahren auch Abiturienten mit weniger gutem Notenschnitt „den Weg in ihren Traumberuf“. Die Quote helfe, Ärzte dorthin zu bringen, wo sie gebraucht würden. Von einem „wichtigen Puzzleteil“ sprach Josef Winkler (Grüne) in der Landtagsdebatte. Krasse Ablehnung gab’s von der AfD: Das Quotenmodell sei „politische Augenwischerei“, erklärte Eugen Ziegler.

CDU-Vorstoß abgelehnt

Enthalten hat sich bei der Abstimmung zur Landarztquote die CDU – was möglicherweise anders gewesen wäre, hätten die Christdemokraten aus dem Plenum grünes Licht für ihren ergänzenden Entschließungsantrag bekommen. Deren gesundheitspolitischer Sprecher Christoph Gensch hatte darin erneut eine Kooperation mit der Universität des Saarlandes beim Medizinstudium ins Spiel gebracht, um beim drohenden Ärztemangel im Land gegenzusteuern.

Nach Vorstellung der CDU würde das 100 zusätzliche Studienplätze In Homburg bedeuten, von denen 50 für Kandidaten aus Rheinland-Pfalz reserviert sein sollen – gekoppelt an die Bedingung, dass die Nachwuchsmediziner anschließend mindestens zehn Jahre im Bundesland arbeiten sollen. Außerdem im Antrag gefordert: 100 Stipendien für ein Medizinstudium im Ausland. In beiden Modellen vorgesehen ist auch ein Kontingent von Plätzen für Kinder- und Jugendmedizin. „Wir haben keinen Fachkräftemangel, sondern ein Ausbildungsplatzdefizit“, sagte Gensch.

Gensch: Politisches Kalkül

Aus den Reihen der Regierungsfraktionen erhielt dieser Vorstoß keine Zustimmung. Der Grüne Winkler nannte ihn „wenig durchdacht“. FDP-Fraktionschef Steven Wink verwies auf die Ablehnung des Saar-Landtags zu einer solchen Kooperation. Ein Zuwachs an Studienplätzen allein garantiere in der Folge noch keine Verbesserung der medizinischen Versorgung. Gensch verteidigte das CDU-Konzept mit dem Hinweis auf die Offenheit dafür bei der Universität und auch bei seinen Parteifreunden im Saarland. Dort wie in Rheinland-Pfalz sei die Idee aus „parteipolitischem Kalkül“ von den SPD-geführten Regierungen abgelehnt worden.

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