Rheinland-Pfalz Lufa könnte Kerosin aufspüren

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«KAISERSLAUTERN/SPEYER.» Der Bezirksverband Pfalz wird vorerst keine Experten-Anhörung über das Thema Kerosinablässe veranstalten. Gegenüber der Mainzer Landesregierung bietet er aber die technischen Fähigkeiten seiner Landwirtschaftlichen Untersuchungs- und Forschungsanstalt (Lufa) zur Unterstützung an.

Der Bezirksverband hat im August in einer Resolution unmissverständlich Stellung gegen Kerosinablässe von Jets bezogen. Darin forderte der Bezirksausschuss, dass die Öffentlichkeit auf Bundesebene unverzüglich über solche Aktionen umfassend informiert wird. Diese Position hat auch die rheinland-pfälzische Landesregierung gegenüber dem Bund vertreten. Seit Mitte September informiert das Luftfahrt-Bundesamt auf seiner Internetseite über Flugzeuge, die wegen technischer Probleme ungeplant landen und deshalb vorher Gewicht reduzieren müssen, indem sie Treibstoff über dünn besiedelten Gebieten wie dem Pfälzerwald ablassen. Darüber hinaus hatte der Bezirksverband in seiner Resolution angekündigt, ein öffentliches Hearing zu allen Aspekten des Kerosinablasses über der Pfalz zu organisieren, falls vom Bund bis zum Jahresende Fragen zu den Umwelt- und Gesundheitsrisiken nicht beantwortet werden. Das Umweltbundesamt erarbeite derzeit eine Studie, welche Auswirkungen Treibstoff habe, der von Flugzeugen über einer Region versprüht wird, teilte das Mainzer Umweltministerium dem Bezirksverband inzwischen mit. Die Ergebnisse könnten aber erst im Frühjahr der Umweltministerkonferenz vorgestellt werden. Vor diesem Hintergrund empfahl der Bezirkstagsvorsitzende Theo Wieder (CDU) gestern, diese Studie abzuwarten. Darin wurde er vom Pirmasenser Oberbürgermeister Bernhard Matheis (CDU) bestärkt: Entscheidend sei, ob nach Kerosinablässen Schadstoffe am Boden ankommen. Auch Günther Ramsauer, (SPD), Günter Eymael (FDP) und Manfred Petry (Freie Wähler) plädierten dafür, vor einem Hearing erst mal die Studienergebnisse zu prüfen. Vergeblich sprach sich Walter Altvater (Grüne) gegen ein weiteres Abwarten aus. Schließlich sei man sich doch einig, dass der über der Pfalz versprühte Treibstoff „nicht gesund ist“. Der Bezirkstagsvorsitzende informierte den Bezirksausschuss, dass er dem Mainzer Umweltministerium angeboten habe, die Lufa in Speyer an Untersuchungen nach Kerosinablässen zu beteiligen. Dabei gebe es allerdings ein grundsätzliches Problem für diese Einrichtung des Bezirksverbandes Pfalz: „Die Lufa braucht konkrete Vorgaben.“ So müsse sie wissen, nach welchen Stoffen und wo zu suchen sei. Und: Wenn Treibstoff abgelassen wurde, müsse die Untersuchungsanstalt auch möglichst rasch informiert werden, um tätig werden zu können.

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