Rheinland-Pfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Landtag startet Kampagne zur Wahl im März

Digitales Wahltraining: Spielerisch wird auch auf der Internetseite zur Kampagne auf die Bedeutung von Wählen und Entscheiden hi
Digitales Wahltraining: Spielerisch wird auch auf der Internetseite zur Kampagne auf die Bedeutung von Wählen und Entscheiden hingewiesen.

„Nie wieder nicht wählen“ – mit diesem Slogan startet der rheinland-pfälzische Landtag eine Kampagne zur Wahl am 22. März. Das Ziel: Demokratie stärken, Beteiligung steigern.

Immerhin 64,3 Prozent der Wahlberechtigten haben bei der Landtagswahl vor fünf Jahren ihre Stimme abgegeben. Weniger als 2016 (70,4 Prozent), aber dennoch der zweithöchste Wert aller fünf Urnengänge seit der Jahrtausendwende. Nur am Rande: Die höchste jemals gemessene Wahlbeteiligung bei Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz liegt viereinhalb Jahrzehnte zurück: 90,4 Prozent im Jahr 1981. Ein Ziel der Kampagne, die das Landesparlament am Donnerstag vorgestellt hat, lautet: Mehr Menschen sollen mitmachen, wenn am 22. März die 101 Mandate neu verteilt werden. Besonders im Blick dabei: junge Leute, politikferne und -skeptische Gruppen und Stimmberechtigte mit Migrationshintergrund.

Dass sich neben den Parteien, die aktuell ihre jeweiligen Kampagnen präsentieren, auch das Parlament selbst die Werbetrommel für die Wahl im Frühjahr rührt, hat nach Darstellung von Landtagspräsident Hendrik Hering (SPD) einen weiteren Aspekt: „Die Demokratie steht unter Druck – weltweit, aber auch in Deutschland.“ Der Slogan „Nie wieder nicht wählen“ soll einerseits ausdrücken, welches Privileg das Wahlrecht darstellt, andererseits auf mögliche Gefahren für diese Staatsform hinweisen. Loimi Brautmann, Chef der mit der Kampagne beauftragten Offenbacher Agentur Urban Media Project, erwartet, dass der Slogan durchaus Diskussionen anstoßen könne, weil er auf historisch-politische Bezüge anspiele und „betont emotional“ sei.

Roadshow durch Rheinland-Pfalz

Angelegt ist die Kampagne komplett überparteilich. Marco Sussmann, Pressesprecher des Landtags, formulierte das am Donnerstag im Foyer des Plenarsaals so: „Unsere Partei ist die Demokratie. Unser Programm ist die Verfassung.“ Diese Botschaft wird auf vielen Wegen unters (Wahl-)Volk gebracht: über die Social-Media-Kanäle des Landtags, mit einer eigenen Internetseite für die Kampagne und nicht zuletzt ganz klassisch mit Anzeigen und Plakaten oder Testimonials – also Personen, die mit ihrem Gesicht und einem Statement fürs Wählengehen werben. Das Budget insgesamt beträgt Hering zufolge 350.000 Euro.

Aber es gibt auch ein durchaus unkonventionelles Projekt: die „Road-Show“, also eine Art Tournee durch Rheinland-Pfalz, mit dem sogenannten Wahl-Gym. Man könnte es als Fitnessstudio für die Demokratie bezeichnen. Der Ansatz ist so originell wie einfach: Spielerisch können Teilnehmer einer Übungseinheit erleben, wie häufig im Alltag Entweder-oder-Entscheidungen gefragt sind, die dann Dinge in die eine oder andere Richtung beeinflussen. Gekoppelt ist das mit einer leichten Hantelübung. Wer mitmacht bei dem temporeichen Spiel, kann außerdem einen kleinen Preis gewinnen.

Noch Fragen?

Informationen zur Wahl und ein digitales Wahltraining sind auf der Kampagnenseite rlp-wahl-2026.de zu finden. Dort stehen auch Termine für die Roadshow. Bislang sind folgende Besuche in der Pfalz geplant: am Dienstag, 24. Februar, in Pirmasens und Kaiserslautern sowie am 5. März in Neustadt.

Im „Wahl-Gym“ sind schnelle Entscheidungen gefragt: Landtagspräsident Henrik Hering macht den Praxistest.
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