Rheinland-Pfalz Krankenhaus-Abbau: Im Flächenland überdurchschnittlich groß

Weniger Krankenhäuser, weniger Betten: In Rheinland-Pfalz ist der Trend stärker als im Bundesschnitt.
Weniger Krankenhäuser, weniger Betten: In Rheinland-Pfalz ist der Trend stärker als im Bundesschnitt.

In den vergangenen zehn Jahren hat Rheinland-Pfalz im bundesweiten Vergleich überdurchschnittlich viele Krankenhäuser verloren. Und das Bundesland hat zwischen 2014 und 2024 rund zehn Prozent Betten je 100.000 Einwohnern eingebüßt, die Quote beträgt im Durchschnitt lediglich rund sechs Prozent.

Das geht aus einer Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine kleine Anfrage der Fraktion Die Linke hervor, die nun veröffentlicht wurde. Das Ministerium beruft sich auf Zahlen der Krankenhäuser sowie des Statistischen Bundesamts. Demnach hatte Rheinland-Pfalz 2014 noch 91 Krankenhäuser, zehn Jahre später acht weniger. Das entspricht einem Minus von 8,8 Prozent; im bundesweiten Durchschnitt war die Quote mit 4,4 Prozent halb so groß.

Auch in der Pfalz schlossen in der Zeit Krankenhäuser: etwa im Sommer 2023 das Haus in Annweiler (Landkreis Südliche Weinstraße) oder davor in Rodalben (Landkreis Südwestpfalz): Die jeweiligen Standorte machten dicht, wobei die Kapazitäten in Krankenhäuser nach Landau beziehungsweise Pirmasens verlagert wurden.

Beim absoluten Rückgang der Betten sieht es im Vergleich ähnlich aus: rund neun Prozent weniger in Rheinland-Pfalz, vier Prozent im deutschlandweiten Schnitt. Rechnerisch gab es 2024 im Bundesland 2,1 Krankenhäuser für 100.000 Einwohner und 568 Betten. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 2,3 und 582 Betten.

Besonders betroffen: die Frauenheilkunde und Geburtshilfe.
Besonders betroffen: die Frauenheilkunde und Geburtshilfe.

Besonders deutlich zeigt sich der Trend laut Anfrage der Linken bei Abteilungen für Frauenheilkunde und Geburtshilfe – wo in dem Zeitraum rund ein Drittel der Abteilungen und Bettenkapazitäten wegfielen. Die Bundestagsabgeordnete Julia-Christina Stange bezeichnet die Entwicklung für Rheinland-Pfalz als „alarmierend“. Wenn 16 Abteilungen in der Frauenheilkunde schließen und über ein Drittel der Betten wegfallen, „dann verschlechtert sich die Versorgung für werdende Mütter ganz konkret“, sagt Stange, die als Kinderkrankenschwester an der Unimedizin in Mainz arbeitet und Mitglied der Linken im Kreisverband Alzey-Worms/Donnersberg ist. Gesundheitsversorgung dürfe nicht erst weggekürzt und dann vielleicht ersetzt werden. „Wir brauchen eine verlässliche Versorgung vor Ort – und zwar jetzt, nicht erst auf dem Papier.“

Die künftige rheinland-pfälzische Landesregierung wird sich auch mit einem neuen Krankenhausplan beschäftigen müssen, der aktuelle läuft Ende 2026 aus.

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