Rheinland-Pfalz Kommentar: Verräterisch

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Ein Moscheeverein in Kaiserslautern wehrt sich gegen Salafismus-Vorwürfe.

Doch wie sich der Vorstand verteidigt, lässt tief blicken.

Wenn das Islamische Zentrum Kaiserslautern (IZK) konsequent wäre, müsste es jetzt den Kontakt zu sich selbst abbrechen. Schließlich leistet es sich einen Imam, von dem das rheinland-pfälzische Innenministerium sagt: Er ist „wiederholt mit salafistischen Äußerungen aufgefallen“. Und das Wissen um salafistische Umtriebe in Mannheim war für den Westpfälzer Moscheeverein doch angeblich Grund genug, um die Verbindung zum dortigen Prediger zu kappen. Dass diese Auskunft aufrichtig ist, darf allerdings ohnehin bezweifelt werden. Schließlich wurden noch Jahre nach dem angeblichen Beziehungsabbruch gemeinsame Veranstaltungen beworben. Verräterisch sind aber auch die Gründe, mit denen sich der Moscheeverein nachträglich von früheren Problem-Kontakten distanziert. Beispiel: die „Islamic Online University“. Der IZK-Vorstand räumt ein, dass er deren Schüler bis 2013 in Kaiserslautern Prüfungen ablegen ließ. Dass der Gründer dieser Internet-Schule zum Beispiel die Todesstrafe für manche religiöse Abweichler fordert, scheint dabei niemanden gestört zu haben. Denn gestoppt wurde das Treiben laut IZK, weil irgendwann klar war, dass „dieses Onlineportal nicht erwünscht ist in Deutschland“. Auf Distanz zu solchen Glaubensbrüdern geht der Moscheeverein demnach gar nicht in erster Linie, weil er deren extremistische Positionen aus innerer Überzeugung verworfen hat. Stattdessen geht es im IZK vor allem darum, sich brav an die Vorgaben deutscher Behörden zu halten. Was, immerhin, tatsächlich ein aufrichtiger Wunsch sein dürfte. Denn was als Ideologie durch die Moschee in Kaiserslautern wabert, passt am ehestens ins Schema eines „legalistischen Salafismus“. Dessen Anhänger lehnen Gewalt und Gesetzesverstöße entschieden und aus Überzeugung ab. Aber sie träumen trotzdem von einer Gesellschaft, die ganz anders aussieht als unsere.

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