Meinung
Kirche sollte sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren
Ganz wichtig: Was den Verdacht auf schwere Untreue im Zusammenhang mit der Protestantischen Herzog-Wolfgang-Stiftung angeht, ist kein Urteil über möglicherweise dafür Verantwortliche gesprochen. Es liegt eine Strafanzeige vor, die Staatsanwaltschaft prüft, ob sie ein Ermittlungsverfahren einleitet. Nach allem, was derzeit dazu bekannt und bestätigt ist, scheint persönliche Bereicherung keine Rolle zu spielen. Der Fall lässt allerdings den Eindruck entstehen, dass erhebliche kriminelle Energie im Spiel war, um das Parkklinik-Projekt in Hornbach zu unterstützen. Dass eine kirchliche Stiftung mit Zustimmung ihres Verwaltungsrats Geld ausgerechnet in eine reine Privatklinik steckt, ist schon absurd genug. Die Vorgänge zeigen bei aller Besonderheit eins allerdings überdeutlich: Die Evangelische Kirche der Pfalz muss ihren Priorisierungsprozess schnellstmöglich ins Werk setzen und straffe, zentrale Strukturen für alle Bereiche schaffen, die nichts mit ihrem gesitlichen Auftrag und seelsorgerischer Arbeit zu tun haben. Dass wirtschaftliche Entscheidungen großer Tragweite in zig Laiengremien fallen, übergeordnete Kontrollmechanismen nicht greifen oder bewusst umgangen werden – das darf nicht passieren. Wenn es weiterer Argumente für die Reformvorschläge, über die im Herbst die Landessynode entscheiden soll, bedürfte: Der Fall Zweibrücken liefert sie in großer Zahl.
