Rheinland-Pfalz Jäger fordern Untersuchungen

Auch bei Pfälzer Wildschweinen wurde der Parasit Muskelegel schon entdeckt.
Auch bei Pfälzer Wildschweinen wurde der Parasit Muskelegel schon entdeckt.

Der Landesjagdverband fordert weitere Untersuchungen über mögliche Gefahren, die von dem Parasiten Muskelegel für Menschen ausgehen könnten. Im vergangenen Jahr wurden sechs Fälle im Bereich Alzey, Vorderpfalz und Südpfalz bei Wildschweinen nachgewiesen, wie am Dienstag berichtet.

«MAINZ.»Unklar ist nach den Worten von Günther Klein, Pressesprecher des rheinland-pfälzischen Jagdverbandes, ob es überhaupt zu einer Übertragung genau dieses Parasiten von Wildschweinen auf den Menschen kommen kann. Das Bundesamt für Risikoeinschätzung hält es in einer Veröffentlichung vom Dienstag immerhin für möglich, dass infiziertes Fleisch in den Verkehr gelangt und dass Menschen an der Krankheit namens larvaler Alariose erkranken könnten. Darauf beruft sich das Landesuntersuchungsamt, das über das Auftreten des Muskelegels informiert hatte. Doch auch das Bundesamt räumt ein, dass es bislang noch keinen dokumentierten Fall gibt, wonach eine solche Erkrankung genau durch den Muskelegel der Spezies Alaria alata hervorgerufen wurde. Lediglich Nachweise verwandter Erreger sind gesichert, und zwar durch den Verzehr von Wildfleisch oder von Froschschenkeln. Der Parasit entwickelt sich nacheinander in den Wirtstieren Wasserschnecken, Fröschen und Fleischfressern. Die Symptome sind Atemwegs- und Hauterkrankungen sowie Netzhautschäden, die durch eine Schmierinfektion ausgelöst wurden. Es kann schwere Verläufe geben. Gesichert ist bisher, dass die Gefahr beim Verzehr durch vorheriges Erhitzen gebannt werden kann. Bei 70 Grad Celsius wird der Muskelegel abgetötet. Studien, wonach der Erreger auch durch Einfrieren oder durch Räuchern unschädlich gemacht werden kann, kommen laut Bundesamt zu widersprüchlichen Ergebnissen. Im vergangenen Jahr hatte das Landesuntersuchungsamt Stichproben bei erlegten Wildschweinen angeordnet. 180 Tieren wurden untersucht, in sechs Fällen ließ sich der Muskelegel nachgewiesen. Regional betroffen sind die Landkreise Alzey-Worms, Germersheim und der Rhein-Pfalz-Kreis. Diese Tiere wurden in der Tierkörperbeseitigungsanstalt entsorgt. Jedes erlegte Wildschwein wird auf Trichine untersucht. In der Jagdzeit 2015/16, die jeweils von April bis März dauert, erlegten die Jäger in Rheinland-Pfalz 62.000 Wildschweine. Im Landkreis Germersheim waren es 1300, im Rhein-Pfalz-Kreis 360.

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