Rheinland-Pfalz Herzogin Sarah zu Besuch: Was den Kreis Kusel mit dem englischen Königshaus verbindet [mit Bildergalerie]
Sarah Ferguson, die Herzogin von York, bereist jene Orte in Deutschland, in denen einst ihre Ahnin Herzogin Luise (1800-1831) lebte. So kam „Fergie“ für eine TV-Dokumentation jetzt auch in die Pfalz. Doch was verbindet das große englische Königshaus ausgerechnet mit einem kleinen Dorf im Kreis Kusel?
«Pfeffelbach/St. Wendel.» Kronen schützen – ach! – nicht vor Tränen. Das weiß Sarah, geborene Ferguson, Herzogin von York, ehedem Gattin des auf Platz 8 in der Thronfolge rangierenden britischen Prinzen Andrew. Und das wusste auch Luise, die anno 1826 geschiedene Gemahlin des Herzogs von Sachsen-Coburg-Saalfeld. In den vergangenen Tagen hat „Fergie“ auf den Spuren der Schwieger-Ahnin die Landkreise Kusel und St. Wendel besucht. Die 26.000 Einwohner zählende, zwischen Oster und Blies gelegene Kreisstadt St. Wendel stand im ersten Halbjahr 2019 ganz im Zeichen der britischen Königin Victoria. Die wurde just vor 200 Jahren zwar auf dem Londoner Schloss Kensington geboren, aber ihre Schwiegermutter Luise verbrachte einen Teil ihres kurzen Lebens hier am Bosenberg sowie im benachbarten Kreis Kusel. In den Adelskalendern wird Luise noch immer als „Stammmutter des britischen Königshauses“ geführt. Ihre von strahlendem Glanz und tiefer Verzweiflung, von Staatsräson und Liebe, Lotterbett und Fürstenthron gesäumte Biografie vermag die Leserschaft der Herz-und-Krone-Blätter bis heute zu fesseln.
Wie Teile des Kreises Kusel verschachert wurden
1814/15 wurden auf dem Wiener Kongress, der sich neben der hohen Politik auch dem galanten Geplänkel widmete, die vom gestürzten Franzosenkaiser Napoleon eroberten Gebiete neu aufgeteilt. Dem Herzog von Coburg schoben die Diplomaten auf dem Reißbrett neben Teilen des Kreises Kusel auch die beiden später saarländischen Kantone Ottweiler und Tholey zu. Der Potentat aus Oberfranken war über die aus seiner Sicht völlig entlegenen Ländereien „not amused“, musste sich aber nach verhaltenem Murren damit zufriedengeben. Kurz nach der unwillkommenen Landzuteilung heiratete Ernst die Tochter des Herzogs von Sachsen-Coburg-Altenburg. Er war 33, Luise 16 Jahre alt und von kleiner, zierlicher Gestalt, eine „kluge und tatenvolle Dame von edlem Gemüt“, wie es in den Quellen heißt. Zwei Söhne, Ernst II. und Albert, schenkte Luise ihrem Mann, mit dem sie in Coburg residierte. Dann jedoch habe sich seine Liebe zu ihr „merklich abgekühlt“, schreibt der Kuseler Heimatforscher Daniel Hinkelmann.