Mannheim RHEINPFALZ Plus Artikel „Held des Tages“: Mutiger Taxifahrer beendet Amokfahrt in Mannheim

Ein Taxifahrer beendete am Montag die Amokfahrt in Mannheim. Das Fahrzeug des Täters kam im Quadrat E7 zum Stehen.
Ein Taxifahrer beendete am Montag die Amokfahrt in Mannheim. Das Fahrzeug des Täters kam im Quadrat E7 zum Stehen.

Die Amokfahrt von Mannheim machte ihn zum Helden: Ein mutiger Taxifahrer verfolgte den Täter und stellte sich ihm in den Weg. Am Ende landete er selbst im Krankenhaus.

Über mehrere Hundert Meter rast der Amokfahrer von Mannheim am Montagmittag die belebte Einkaufsstraße Planken herunter. Zwei Menschen überleben die Todesfahrt nicht, mehrere sind verletzt. Schock, Panik und Angst machen sich unter den Passanten breit. Während viele Menschen schreien, rennen und Schutz in Geschäften suchen, reagiert ein Taxifahrer ohne zu zögern und beendet die Amokfahrt wenige Hundert Meter von seinem Taxistand am Paradeplatz entfernt.

„Er ist der Held des Tages. Er hat so gehandelt, wie es in dem Moment richtig war, ohne an sich selbst und seine Sicherheit zu denken“, sagt Jürgen Schwarz, geschäftsführender Vorstand der Taxi-Zentrale Mannheim, im Gespräch mit der RHEINPFALZ.

An dieser Stelle finden Sie ein Video via YouTube.

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Taxifahrer beendet Amokfahrt in Mannheim

Als der Fahrer den Täter vorbeirasen sah, sei er sofort in sein Txi gestiegen und ihm über die Verlängerung der Planke bis zu einem Wendekreis auf der Höhe des Mannheimer Arbeitsgerichts gefolgt, berichtet Schwarz. Dort habe sich der Fahrer dem Täter mit seinem Taxi in den Weg gestellt und ihn so zum Aussteigen gezwungen. Danach sei ein Schuss gefallen. „Er hat jedoch nicht auf das Taxi oder den Fahrer geschossen“, betont Schwarz. Durch das schnelle und beherzte Eingreifen des Fahrers konnte die Polizei den Täter schließlich im Mannheimer Hafengebiet festnehmen, nachdem er versucht hatte, zu Fuß zu flüchten.

Schwarz selbst habe unmittelbar nach der Tat von den Geschehnissen erfahren. „Wenige Minuten nach der Amokfahrt hat mich ein Kollege angerufen, der vor Ort war und das Auto durch die Planken rauschen sah. Er konnte sich mit einem Sprung auf die Seite gerade noch so retten.“ Den Taxifahrer mit Zivilcourage erreichte er erst später. Zu diesem Zeitpunkt befand er sich bereits in der Notaufnahme. „Er stand sehr unter Schock und musste behandelt werden“, erklärt der Vorstand der Taxizentrale.

Jürgen Schwarz, geschäftsführender Vorstand der Taxi-Zentrale Mannheim, im Gespräch mit der RHEINPFALZ.
Jürgen Schwarz, geschäftsführender Vorstand der Taxi-Zentrale Mannheim, im Gespräch mit der RHEINPFALZ.

Auf dem Weg der Besserung

Knapp 24 Stunden später gibt der Schwager des Fahrers Entwarnung: Am Telefon teilt er Schwarz mit, dass sein Schwager am Dienstag aus dem Krankenhaus entlassen worden und auf dem Weg der Besserung sei. Er bitte jedoch um absolute Ruhe und Verständnis dafür, dass er zum jetzigen Zeitpunkt keine Statements zum Tathergang geben werde.

Laut Schwarz ist der mutige Verfolgungsjäger mit Migrationsgeschichte bereits seit vielen Jahren als Fahrer mit eigenem Taxibetrieb in Mannheim tätig. „Er ist ein sehr freundlicher und beflissener Mann“, erzählt der geschäftsführende Vorstand. Das habe auch die Situation am Montag gezeigt, in der er „in extremer Weise“ Zivilcourage bewiesen habe und „voll ins Risiko ging“ ohne auf sein eigenes Leben oder Gesundheit zu achten.

Alle aktuellen Infos rund um die Amokfahrt finden Sie in unserem Live-Blog.

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