Rheinland-Pfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Germersheim: Nur Schifffahren ist für eine Brieftaube schöner

Fahren soll energiesparender sein als Fliegen. Das scheint sich auch bis zu der Taube herumgesprochen zu haben, die eine Schiffs
Fahren soll energiesparender sein als Fliegen. Das scheint sich auch bis zu der Taube herumgesprochen zu haben, die eine Schiffsreise unternommen hat.

Germersheim. Schifffahrten sind seit Jahren in. Sei es die Flusskreuzfahrt oder die Tour „über den großen Teich“. Aus Klimaschutzgründen hat auch die junge Schwedin Greta Thunberg den Atlantik mit einer Jacht überquert. Fliegen sei schließlich schlecht für die Umwelt. Warum jetzt allerdings eine Brieftaube eine Schifffahrt auf dem Rhein unternommen hat, darüber kann nur spekuliert werden. Um Energie zu sparen?

Feinde bringen Vogel vermutlich vom Kurs ab

Die Brieftaubenzüchter, und die kennen sich in ihrem Metier aus, haben dafür eine ganz andere, eine total sachliche Erklärung: Momentan ist die Reisesaison der Brieftauben in vollem Gang. Jedes Wochenende finden tausende gezielt ausgesetzte Brieftauben den langen Weg zurück in ihren Heimatschlag. Nur selten verfliegen sich die für ihren erstklassigen Orientierungssinn und ihr natürliches Heimfindevermögen bekannten Tiere. Und wenn dann doch mal eine Brieftaube vom rechten Flugweg abkommt, könnte einer ihrer natürlichen Feinde der Grund dafür sein. Besonders in waldreichen Regionen gibt es viele Greifvögel, deren Angriffe die Tauben in Panik versetzen und so kilometerweit vom Kurs abbringen können. Mutmaßlich aus diesem Grund landete eine junge Brieftaube in Mannheim auf einem Schiff. Die „Hella“ der Familie Gress fuhr auf dem Rhein nach Karlsruhe. Darüber wurde die Reisevereinigung Südpfalz mit Sitz in Germersheim per Telefon informiert. Die Jungtaube machte zwar zwischenzeitlich mehrere Ausflüge, landete aber stets wieder auf dem Schiff. An der Anlegestelle Ziegelei in Sondernheim holte der Sondernheimer Peter Meyer, ein ehemaliger aktiver Taubenzüchter und Geschäftsführer der Reisevereinigung Südpfalz, die Taube unversehrt ab. So endete die von der Taube geplante Rheinfahrt quasi mit einem Reinfall.

Schiffer versorgen Taube tagelang

Der Vogel war auf dem Schiff tagelang mit versorgt worden. Über seinen Fußring und die Kennzeichnung mit Telefonnummer konnte der Besitzer aus Kastl, in der Nähe von Amberg in der Oberpfalz, identifiziert werden. Die Taube soll in den nächsten Tagen wieder in ihren Heimatschlag nach Kastl zurückgebracht werden.

Über Fußring Taubenbesitzer ausfindig gemacht

Für Fälle wie diese hat nach Mitteilung der Reisevereinigung (also die der Brieftauben) der Verband Deutscher Brieftaubenzüchter vorgesorgt. Ein bundesweites Netzwerk aus sogenannten Vertrauensleuten ist ehrenamtlich im Einsatz, um die Brieftauben zu ihrem Heimatschlag zurückzubringen. Die Kontaktdaten dieser Helfer finden sich auf der Verbandshomepage web.brieftaube.de unter dem Reiter „Taube gefunden“. Hier gibt es auch Informationen zur Erkennung von Brieftauben sowie zur Erstversorgung. Alternativ kann der Kontakt zu den zuständigen Vertrauensleuten auch beim Zugeflogenendienst des Verbandes unter der kostenlosen Hotline 0800/3720076 erfragt werden. Sollte also eine Brieftaube im Garten sitzen, die sich verirrt hat ...

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