Rheinland-Pfalz
Geldautomat gesprengt: Serie in der Pfalz geht weiter
Wieder ist ein Geldautomat in der Pfalz gesprengt worden. In den vergangenen Monaten waren Ermittler mutmaßlichen Tätern immer wieder auf der Spur.
Die erneute Sprengung eines Geldautomaten der Sparkasse Rhein-Haardt in der Nacht auf Freitag hat bei dem Unternehmen große Betroffenheit ausgelöst. „Uns geht es nicht um das Geld, zumal wir eine Versicherung für solche Fälle haben, wird sind betroffen über die Gefahr, der unsere Kunden und Anwohner ausgesetzt sind“, erklärte dazu am Freitag Jürgen Hisgen, Ressortleiter Unternehmenssteuerung. Man stehe ständig vor dem Zielkonflikt, die Automaten noch besser zu schützen, aber damit zu riskieren, dass noch größere Sprengsätze zum Einsatz kämen. Die Sparkasse ist zum dritten Mal nach 2016 (Bockenheim) und 2018 (Wattenheim) Opfer einer Geldautomatensprengung. Der Schaden am Gebäude sei diesmal deutlich größer. Nach dem Bockenheimer Vorfall hatte die Sparkasse die Öffnungszeiten der Foyers vor den Automaten auf 5 bis 24 Uhr begrenzt. Das nützte in Lachen-Speyerdorf nichts, weil die Glastür gegen 1.45 Uhr aufgebrochen wurde. Wann die Sparkassen-Filiale in dem Ortsteil wieder öffnet, war am Freitag noch nicht klar.
Bande in Kirchheimbolanden festgenommen
Die fünf Mitglieder einer Geldautomatensprenger-Bande, die im April auf frischer Tat in Kirchheimbolanden (Donnersbergkreis) von Spezialeinsatzkräften festgenommen worden waren, sind diese Woche vom Landgericht Karlsruhe zu teils hohen Haftstrafen verurteilt worden. Sie leiteten bei den Überfällen Gas in die Automaten ein und ließen es mit einem Fernzünder explodieren. Unter anderem hatten sie in Bretten und Waghäusel (beide Kreis Karlsruhe) zugeschlagen. Der Haupttäter erhielt eine Haftstrafe von sechs Jahren und neun Monaten. Ob die Bande auch neben Kirchheimbolanden noch für weitere Geldautomaten-Sprengungen in Rheinland-Pfalz in Frage kommt, konnte eine Sprecherin des Landgerichts Karlsruhe am Freitag nicht sagen.
Verdächtiger konnte untertauchen
Der Schlag gegen eine mutmaßliche Geldautomatensprenger-Bande im August, an dem die Mainzer Polizei beteiligt war, scheint nicht ganz so erfolgreich gewesen zu sein, wie es sich seinerzeit dargestellt hatte. Ein Verdächtiger konnte untertauchen und ist auf der Flucht. Damals war von mehreren Festnahmen die Rede gewesen, denen intensive und monatelange Ermittlungen des Fachkommissariats für Bandenkriminalität der Kriminaldirektion Mainz vorausgegangen waren. Wie die Leitende Oberstaatsanwältin Andrea Keller (Mainz) am Freitag auf Anfrage mitteilte, war damals in den Niederlanden lediglich ein Mann festgesetzt worden. Der Haftbefehl des Amtsgerichts Mainz sei durch die niederländischen Strafverfolgungsbehörden aber zunächst außer Vollzug gesetzt worden. Da der Beschuldigte inzwischen untergetaucht ist, wird jetzt erneut mit Haftbefehl nach ihm gefahndet. Drei weitere Verdächtige saßen damals bereits in den Niederlanden in Haft, wann sie ausgeliefert werden, sei derzeit nicht abzusehen, sagte Keller. Ein fünfter Verdächtiger sei im Oktober in Spanien festgenommen wurden. Er soll an mindestens zwei Geldautomatensprengungen – eine davon in Mainz – beteiligt gewesen sein und in einem Fall zusammen mit dem Amsterdamer Quartett für eine Sprengung in Karlsruhe verantwortlich sein.