Rheinland-Pfalz Geheimsache Polizeiausweis: Woran man einen echten Polizisten erkennt
Ein falscher Polizist in Uniform soll in der Westpfalz ein Haus für einen Einbruch ausgespäht haben. Damit Bürger solche Betrüger von echten Beamten unterscheiden können, gibt es amtliche Dienstausweise. Doch kaum jemand weiß, wie so ein Dokument aussieht. Und die Polizei will, dass das auch so bleibt.
Nachträglich dämmert ihr, dass mit dem angeblichen Polizisten etwas nicht gestimmt hat: An dessen Dienstkleidung fehlte das Landeswappen – so berichtet die Frau es den echten Beamten, als sie ihnen einen Einbruch meldet. Bei dem scheint am Samstag zwischen 17 und 18 Uhr aus dem Einfamilienhaus in Konken (Kreis Kusel) zwar nur ein Motorradschlüssel verschwunden zu sein. Doch es bleibt der Verdacht, dass ein Krimineller ausgerechnet eine Polizeiuniform missbraucht hat, um ganz ungeniert seinen späteren Tatort erkunden zu können. Wie das abgelaufen ist, müssen die Ermittler jetzt noch genauer untersuchen. Klar ist aber: Gegen das Gesetz verstößt so ein Auftritt auch schon, wenn es anschließend keinen Einbruch gibt. Mit bis zu einem Jahr Haft kann bestraft werden, wer illegal amtliche Uniformen oder Abzeichen trägt. Und dabei ist es letztendlich egal, ob so ein Betrüger Original-Ausstattung verwendet oder sich nur mit ähnlich aussehenden Klamotten verkleidet. Denn verboten ist einfach alles, was einen Normalbürger schlussendlich wie einen richtigen Ordnungshüter aussehen lässt.
Woran erkennt man einen echten Polizisten?
Mit betrügerischen Pseudo-Kollegen haben Ermittler trotz dieser Vorschrift ständig zu tun. Allerdings geht es da in der Regel darum, dass ältere Menschen um ihre Ersparnisse gebracht werden sollten. Und eingefädelt werden diese Coups am Telefon, wo Dienstkleidung keine Rolle spielt. Dass hingegen ein Krimineller für seine Machenschaften in Uniform aufgetreten sein soll, ist der Polizei in der Pfalz nur aus Konken berichtet worden. Doch auch als Einzelfall lässt der Vorgang fragen, wie Bürger echte Beamten von verkleideten Kriminellen unterscheiden können. Das Mainzer Landeskriminalamt (LKA) rät: Wer verunsichert ist, soll sich den Dienstausweis zeigen lassen. Denn den müssen nicht nur Zivilbeamte bei sich haben, sondern auch ihre uniformierten Kollegen. Wie diese Dokumente bei ihren Leuten aussehen, zeigt die vor allem für Bahnhöfe, Züge und Grenzkontrollen zuständige Bundespolizei im Internet: Online präsentiert sie Musterbilder und Hinweise zu Sicherheitsmerkmalen wie einem Laser-Kippbild. Rheinland-Pfalz hingegen hat schon seit Jahren keine derartigen Informationen mehr veröffentlicht.
Angst vor Fälschern
Wer mehr über die Ausweise der Landes-Polizisten erfahren will, muss bis ins Jahr 2011 zurückgehen. Damals verkündete Innenminister Roger Lewentz (SPD) zum Beispiel, dass den uniformblauen Dokumenten im Scheckkartenformat künftig auch Informationen in Blindenschrift eingeprägt werden. Und dass ihre Vorderseite mit einer Hologrammfolie überzogen sei, die das Landeswappen zeigt. Ein Musterexemplar mit seinem eigenen Passbild hielt Lewentz damals auch in die Kameras. Doch was er damals tat, gilt seinen Untergebenen mittlerweile als zu riskant. Eine LKA-Sprecherin erläutert sinngemäß: Solche Muster werden nicht mehr veröffentlicht, damit Fälscher keine Vorlagen bekommen. Was für Normalbürger kein Verlust sei: Ihnen würde es im entscheidenden Augenblick ohnehin kaum gelingen, den echten von einem nachgeahmten Ausweis zu unterscheiden. Als besten Schutz vor Pseudo-Polizisten empfiehlt die zentrale Ermittlungsbehörde des Landes daher den Griff zum Telefon: Wer zweifelt, soll die 110 wählen und fragen, ob der angebliche Kollege tatsächlich zur Truppe gehört. Die LKA-Sprecherin versichert: Ein echter Polizist wird so eine Rückfrage selbstverständlich respektieren. Und einen falschen dürfte allein der Anruf schon vertreiben.