Quarantäne-Station Fälle von irrationaler Corona-Angst in Germersheim

Hier ist die Quarantäne-Station: Die Südpfalz-Kaserne in Germersheim.
Hier ist die Quarantäne-Station: Die Südpfalz-Kaserne in Germersheim.

Derzeit gelten alle 122 Rückkehrer und 20 Helfer in der Südpfalzkaserne als gesund. Ein erneuter Test auf eine Infektion mit dem Coronavirus ist nicht vor Anfang nächster Woche geplant, teilte das Pressezentrum an der Kaserne mit.

Es hat durchaus einen Grund, dass Landrat Fritz Brechtel (CDU) mantraartig betont, dass von der Quarantänestation keine Gefahr für die Bevölkerung ausgeht. Weltweit wehren sich Asiaten unter dem Hashtag „Iamnotavirus“ (Ich bin kein Virus) gegen Diskriminierung. Auch in Germersheim wird von Vorfällen berichtet, bestätigt der Stadtbeigeordnete Sascha Hofmann (CDU) auf Anfrage der RHEINPFALZ. So hatte ein Soldat der Südpfalzkaserne sein Fahrzeug betankt. Nach dem Bezahlen musste er erleben, dass der Geldschein von der Kassenkraft erst desinfiziert wurde, bevor der Schein in die Kasse kam. Kinder sollen schon von Kindergeburtstagen ausgeladen worden sein, weil die Eltern in der Südpfalzkaserne arbeiten. Und bei der Stadt gingen Anrufe mit der Frage ein, ob es noch sicher ist, die Kinder in den Kindergarten zu schicken, sagt Hofmann.

Bessere Verständigung

Innerhalb der Kaserne wurde nun etwas umstrukturiert, um das Personal nach den anstrengenden ersten Tagen zu entlasten: Der Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes nimmt dem DRK-Landesverband auf dem Gelände Arbeit ab. Dazu gehören zum Beispiel Logistik und Botendienste, sagt der Geschäftsführer des DRK-Kreisverbands, Thorsten Böttcher. Man habe zum Beispiel schon Medikamente wie Kopfschmerztabletten besorgt, auch die Lieferungen für die Bewohner des Block 4 kommen beim DRK an. „Alles, was das tägliche Leben ausmacht“, sagt Böttcher. Vor Ort ist das Gesundheitsamt des Landkreises Germersheim zuständig. Amtsarzt Dr. Christian Jestrabek bekommt nun Unterstützung von Personal aus anderen Gesundheitsämtern in Rheinland-Pfalz, kündigte der Beigeordnete Hofmann an.

Auch die Kommunikation mit den Rückkehrern soll sich weiter verbessern, hieß es vom DRK. Denn auch wenn es sich um deutsche Staatsbürger und deren Familien handelt, gibt es manchmal Verständigungsprobleme. Informationen sollen künftig auch auf Englisch vorliegen. Auch werde der Kontakt zur Universität Germersheim gesucht. Dort werden im Fachbereich Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft Übersetzer für Chinesisch ausgebildet.

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