Meinung Mannheim: Ein schwarzer Tag für eine gebeutelte Stadt
Wieder Mannheim. Wieder Trauer. Wieder Fassungslosigkeit. Entsetzen. Tote. Und Verletzte. Wieder Rufe nach Konsequenzen – welche auch immer das sein mögen, für wen auch immer sie gelten können.
Vieles ist unklar und uneindeutig, bleibt Ermittlungssache. Menschen sehnen sich im Moment des Schmerzes aber nach Klarheit, Eindeutigkeit. Binnen Sekunden brechen sich im Internet nach dieser Tragödie vermeintliche Belege für nahezu jede Theorie Bahn. Die meisten stellen sich als nicht valide heraus – sind aber nicht mehr einzufangen.
Fest steht, dass die Großstadt am Neckar nur neun Monate nach der tödlichen Messerattacke auf den Polizisten Rouven Laur erneut unter Schock und im bundesweiten Fokus steht.
Mannheim hatte gerade erst Zuversicht zurückgewonnen
Dieser Rosenmontag ist ein schwarzer Tag für eine Stadt, die so resilient, so stark, so stolz ist. Deren Bürger viel Leid ertragen haben und wieder müssen. Mannheim hatte nach der Wahnsinnstat vom Mai 2024 Zuversicht zurückgewonnen, hatte erst am Sonntag einen fröhlichen Umzug gefeiert. Wenige Stunden später sind die Herzen schwer, die Augen nass.
Ein Mann ist mit seinem Auto durch die für Fasnacht bunt geschmückten Straßen gerast, hat Menschen getötet und weitere zum Teil schwer verletzt. Mittags, zu einer Zeit, zu der viele Familien unterwegs waren. Verkleidet, beschwingt, lebensbejahend. Am Rosenmontag, der für viele doch Anlass für Ausgelassenheit, für angstfreie Freude ist. Der Täter hat nicht nur Leben zerstört, sondern einer ganzen Region erneut Unbeschwertheit und Urvertrauen genommen. Wieder Mannheim. Wieder Trauer. Wieder Sprachlosigkeit.
