Rheinland-Pfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Die Pfalz wird zur großen Risikozone

Bundeswehrsoldaten helfen auch in der Pfalz bei der Nachverfolgung der Kontakten von Infizierten.
Bundeswehrsoldaten helfen auch in der Pfalz bei der Nachverfolgung der Kontakten von Infizierten.

Mit Ausnahme der Städte Pirmasens und Neustadt sowie des Donnersbergkreises ist jetzt fast die gesamte Pfalz als Corona-Risikogebiet eingestuft worden. Auch der Kreis Bad Dürkheim und die Stadt Landau sowie erneut die Stadt Zweibrücken befinden sich seit Mittwoch nach dem Aktionsplan des Landes in der höchsten Kategorie, der Alarmstufe „Rot“ (mehr als 50 Neuinfektionen binnen einer Woche in den vergangenen sieben Tagen).

Landesweit 630 Neuinfektionen

Die Anzahl der Neuinfektionen binnen 24 Stunden lag in Rheinland-Pfalz am Mittwoch zum zweiten Mal über der Schwelle von 600 Fällen. Am Dienstag waren es 698 Fälle gewesen. Das ist fast dreimal so viel wie bei der ersten Welle: Damals wurde der Höchstwert am 28. März mit 256 Neuinfektionen registriert. Mit den Werten aus dem Frühjahr sind die aktuellen allerdings nur bedingt vergleichbar, da inzwischen deutlich mehr getestet wird und dadurch auch mehr Infektionen entdeckt werden. Indes: Die Positivenrate – sie gibt an, wie viele der Getesteten ein positives Ergebnis erhalten haben – ist in den vergangenen Wochen deutlich angestiegen: Von 0,75 Prozent Anfang September auf jetzt 5,62 Prozent.

Südpfalz handelt gemeinsam

In der Stadt Landau und den Kreisen Germersheim und Südliche Weinstraße tritt am Freitag eine gemeinsame Allgemeinverfügung zur Eindämmung der Corona-Infektionen in Kraft – die Gastronomie und Hotels sollen in diesen Kommunen jedoch offen bleiben. Die drei Verwaltungschefs Thomas Hirsch, Fritz Brechtel und Dietmar Seefeldt (alle CDU) erhoffen sich von einheitlichen Regeln mehr Akzeptanz in der Bevölkerung.

Vorgesehen ist unter anderem, dass zu Veranstaltungen im Freien maximal 100 Personen zugelassen werden, bei Veranstaltungen drinnen maximal 50, es sei denn, es gibt feste Plätze und ein Hygienekonzept. Zwischen 23 Uhr und sechs Uhr darf kein Alkohol mehr verkauft werden. Die drei Kommunalpolitiker stellten ihr Konzept am Mittwoch vor, während die Beratung von Kanzlerin Merkel mit den Länderchefs über strengere Cornona-Auflagen, die ab Montag gelten werden, noch lief.

Hilfe von der Bundeswehr

Rund 100 Soldatinnen und Soldaten des Zweibrücker Fallschirmjägerregiments 26 unterstützen derzeit in der Region die Gesundheitsämter bei der Kontaktnachverfolgung von Infizierten – so unter anderem in der Südpfalz und in Kaiserslautern. Auch Ludwigshafen, die in der Pfalz am stärksten von der Pandemie betroffene Kommune, wird ab Montag durch zwölf Soldaten der Bundeswehr unterstützt. Das vom Land angebotene Personal zur Verstärkung der kommunalen Gesundheitsämter ist nach Auskunft des Mainzer Gesundheitsministeriums bisher noch nicht komplett abgerufen. Im Einsatz seien landesweit bisher 55 Landesbedienstete; 65 weitere stünden bereit.

Sondersitzung des Landtags

Am Freitag trifft sich der rheinland-pfälzische Landtag in Mainz zu einer Sondersitzung. Um 14 Uhr wird Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) eine Regierungserklärung zur Corona-Krise abgeben. Danach soll es eine Aussprache der Fraktionen geben. Das sagte der Sprecher des Landtags, Marco Sussmann, am Mittwoch auf Anfrage. Die Staatskanzlei habe diese Sitzung beantragt.

Mehr Informationen zum aktuellen Stand der Corona-Infektionen in der Pfalz stehen hier.

swzcovid28.10.2020
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