Rheinland-Pfalz
Die Corona-Welle rollt durchs Land
Die Pfälzer Landkarte färbt sich rot: Am Sonntag befanden sich noch sechs Kommunen (die Kreise Südwestpfalz, Kaiserslautern, Südliche Weinstraße und Germersheim sowie die Städte Kaiserslautern und Ludwigshafen) in der „Alarmstufe“. Das bedeutet, dass dort jeweils mindestens 50 Neuinfektionen pro 100.000 Menschen in den vergangenen sieben Tagen registriert wurden. Am Montag kamen vier weitere Kommunen dazu, nämlich die Kreise Kusel und Rhein-Pfalz-Kreis sowie die kreisfreien Städte Frankenthal und Speyer.
101 Neuinfektionen in Ludwigshafen
Allein aus Ludwigshafen wurden 101 Neuinfektionen gemeldet. In der Innenstadt waren am Montag deutlich mehr Menschen mit Masken zu beobachten als noch am Freitag. Im Alten- und Pflegeheim im Stadtteil Gartenstadt sind aktuell 13 Bewohner und sieben Mitarbeiter positiv auf Covid-19 getestet worden.
In Kaiserslautern wird in der Fußgängerzone und in der Altstadt die Maskenpflicht eingeführt. Eine entsprechende Allgemeinverfügung tritt voraussichtlich am Mittwoch in Kraft. Außerdem müssen in Kaiserslautern die Schüler nun auch während des Unterrichtes Masken tragen. Ausgenommen sind nur die Grund- und einige Förderschüler. Diese Regelung ist zunächst bis einschließlich 8. November befristet.
Lichtblick Pirmasens
Landesweit am glimpflichsten durch die aktuelle Welle der Coronakrise ist bisher Pirmasens gekommen: Als letzte Kommune hat die südwestpfälzische Stadt noch keine der drei Stufen nach dem rheinland-pfälzischen „Corona Warn- und Aktionsplan“ erreicht. Mit 19,9 Neuinfektion pro 100.000 Menschen rangiert sie aber äußerst knapp unter der „Warnstufe Gelb“. Und nur noch zehn der 36 Kommunen in Rheinland-Pfalz haben noch nicht die kritische Schwelle von 50 Neuinfektionen erreicht, gehören also noch nicht zur „Alarmstufe Rot“ oder – anders formuliert – sind noch kein Risikogebiet. Am höchsten ist die die Anzahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern nach wie vor im Eifelkreis Bitburg-Prüm.
Private Feiern begrenzt
Nach Einschätzung des Landesregierung sind private Familienfeiern und Partys derzeit der größte Treiber der Corona-Pandemie. Aus diesem Grund begrenzt sie die Teilnehmerzahlen. So dürfen seit Montag an privaten Feiern in gemieteten Räumen grundsätzlich nur noch maximal 25 Menschen teilnehmen. Bisher waren 75 unter Einhaltung der Schutzmaßnahmen erlaubt. In den Landkreisen und kreisfreien Städten, in denen wegen der Höhe der Infektionen die „Alarmstufe Rot“ gilt, sind bereits nur zehn Menschen aus höchstens zwei Hausständen zulässig.
In Rheinland-Pfalz befinden sich aktuell etwa 100 Bundeswehrsoldaten im Einsatz gegen das Coronavirus. Das teilte ein Sprecher des Landeskommandos Rheinland-Pfalz am Montag mit. Etwa 45 Frauen und Männer seien in den Gesundheitsämtern von acht Landkreisen tätig, um Infektionsketten aufzuspüren. Außerdem würden Sanitätssoldaten Abstriche für Tests von möglicherweise infizierten Menschen nehmen. Zudem unterstütze die Bundeswehr die Ämter bei der Auswertung von Formularen. „Aktuell haben noch neun weitere Kommunen um Unterstützung bei der Verfolgung von Infektionsketten nachgefragt.“ Es sei davon auszugehen, dass sich die Zahl der Bundeswehrsoldaten im Einsatz gegen das Virus in den kommenden Tagen auf etwa 150 erhöhe.