Kommentar RHEINPFALZ Plus Artikel Das Land ist ein schlechtes Vorbild für Klimaschutz

In Rheinland-Pfalz ist Landesforsten Vorreiter für Klimaneutralität. Aber die Umsetzung braucht länger als angekündigt.
In Rheinland-Pfalz ist Landesforsten Vorreiter für Klimaneutralität. Aber die Umsetzung braucht länger als angekündigt.

Es ist peinlich, wie die Landesregierung im Fall Landesforsten an ihrem eigenen Klimaziel gescheitert ist. Es reicht nicht, Jahreszahlen ins Schaufenster zu stellen.

Die Landesregierung schafft es nicht, die Forstverwaltung bis 2025 klimaneutral aufzustellen. Wer sich die Erklärungen des Umweltministeriums von Ministerin Katrin Eder (Grüne) anschaut, kommt zu folgenden Erkenntnissen. Erstens: Das Scheitern ist hausgemacht. Zweitens: Das Ziel war von vornherein nicht erreichbar. Drittens: Wie es besser geht.

Hausgemacht ist das Scheitern, weil es ausschließlich in der Hand der Landesregierung liegt, Fahrzeuge für den Forst anzuschaffen, neue Heizungen in Forstgebäude einzubauen und die Dächer mit Solaranlagen zu bestücken.

Unerreichbar war die Zielmarke 2025 schon im Jahr 2021, als sie ausgerufen wurde. Es muss bekannt gewesen sein, dass es bestimmte Maschinen und Spezialfahrzeuge für den Forst gar nicht mit elektrischem Antrieb gibt und dass sie nicht so schnell entwickelt werden können. Es war ferner absehbar, dass manche Fahrzeuge und Heizungen 2025 noch super funktionieren würden. Sie zu verschrotten wäre nicht nachhaltig.

Wie geht es also besser? Der Eifer in Rheinland-Pfalz, immer ehrgeizigere Klimaziele in Form von Jahreszahlen ins Schaufenster zu stellen, hält den Klimawandel nicht auf. Mehr Ehrgeiz muss ins Umsetzen gesteckt werden. Mehr Mittel als bisher und schneller muss in Klimaneutralität investiert werden. Gepaart mit realistischen Prognosen wäre die Landesregierung ein gutes Vorbild und würde einen sehr wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

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