LUDWIGSHAFEN / TRIER / Mainz
Coronavirus wieder auf dem Vormarsch
Am Mittwoch, 10. März, wies in der Pfalz nur die Stadt Frankenthal mehr als 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen auf. Genau eine Woche später ist diese 7-Tage-Inzidenz in der Stadt auf 170,2 geklettert. Und außer Frankenthal haben inzwischen noch fünf weitere Kommunen den Inzidenzwert von 100 überschritten. Nämlich die Landkreise Germersheim (127,1), Südwestpfalz (103,3) und Rhein-Pfalz-Kreis (100,9) sowie die kreisfreien Städte Pirmasens (144,2) und Ludwigshafen (108).
Als Konsequenz mussten viele Geschäfte, die keine Lebensmittel und andere Güter des täglichen Bedarfs anbieten, schließen, kaum dass sie am Montag vergangener Woche wieder öffnen durften. Lediglich das Einkaufen nach einer Terminvereinbarung ist vielerorts nur noch erlaubt.
Doch es gibt auch Kommunen in den Pfalz, in der die Corona-Lage stabil geblieben ist oder sich sogar leicht entspannt hat. Das gilt für die Stadt Kaiserslautern, die am Mittwoch einen Inzidenzwert von 32 (Vorwoche: 33) meldete, und für den Kreis Südliche Weinstraße, in dem der Wert von 54,3 auf aktuell 37,1 gesunken ist.
Thrombose-Fall auch in Rheinland-Pfalz festgestellt
Am Mittwoch wurde bekannt, dass auch bei einer Frau aus der Region Trier nach einer Schutzimpfung mit dem Astrazeneca-Wirkstoff eine Thrombose (Blutgerinnsel) in den Hirnvenen festgestellt wurde. Die 47-Jährige werde in einer Klinik behandelt, es bestehe keine Lebensgefahr, teilte die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) am Mittwoch in Mainz mit. Die Diagnose sei am Sonntag gestellt und das Ministerium am Dienstagabend informiert worden.
Wann die Frau geimpft wurde, war genauso unklar wie die Frage, ob es einen Zusammenhang mit der Impfung gibt. In Deutschland hatte das für die Impfstoff-Sicherheit zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) eine Aussetzung der Impfungen mit Astrazeneca empfohlen. Laut dem Gesundheitsministerium wurden in Deutschland bis Dienstagabend insgesamt acht Fälle mit Thrombosen in den Hirnvenen in zeitlichem Zusammenhang zur Impfung gemeldet. Der Trierer Fall ist nach Einschätzung von Bätzing-Lichtenthäler wohl der neunte. Die Zahl der Fälle ist demnach statistisch signifikant höher als in der Bevölkerung ohne Impfung. Laut PEI waren die Betroffenen vor allem Frauen. Ob ein kausaler Zusammenhang zwischen Impfung und Thrombose besteht, wird derzeit untersucht.
Ab Freitag werden die Dialyse-Patienten geimpft
Wie Bätzing-Lichtenthäler weiter erklärte, sind in Rheinland-Pfalz mehr als 500.000 Corona-Schutzimpfungen bereits gesetzt worden. Allerdings sind damit noch immer weniger als zehn Prozent der rund 4,1 Millionen Menschen wenigstens einmal geimpft. Wegen des Stopps von Astrazeneca geht es langsamer voran. Rund 7500 Erst- und Zweitimpfungen waren es im ganzen Land am Dienstag.
Die über 5000 Dialyse-Patienten sollen bis Freitag geimpft werden. „Diese Menschen haben ein erhebliches Risiko, an Sars-CoV-2 zu sterben“, sagte Facharzt Alexander Lammert (Grünstadt) am Mittwoch. „Und sie können nicht zu Hause bleiben.“