Rheinland-Pfalz Bundeswehr stoppt Rückgabe

«Idar-Oberstein.»Erneut hat die Bundeswehr angekündigt, zur Schließung vorgesehene Liegenschaften doch weiter nutzen zu wollen. Am Donnerstag teilte das Bundesverteidigungsministerium mit, dass sie die Klotzberg-Kaserne in Idar-Oberstein weiter benötige. Stadt und Mainzer Innenministerium begrüßten die Entscheidung.
Die Bundeswehr wachse wieder und benötige Platz, begründete das Verteidigungsministerium seine Kehrtwende. Daher würden bisherige Planungen zur Abgabe von Liegenschaften überprüft. Neben der Klotzberg-Kaserne nannte das Ministerium zehn weitere Liegenschaften in anderen Bundesländern, die nun ebenfalls doch erhalten bleiben. In der Idar-Obersteiner Kaserne ist seit 2014 das Artillerielehrbataillon 345 stationiert. Dazu gehören knapp 1000 Soldaten, sagte ein Sprecher vor Ort. Die Kaserne sollte schon mal 2018 geschlossen werden, zuletzt stand das Jahr 2027 im Raum. „Für das Land und den Standort Idar-Oberstein ist es eine positive Nachricht, dass die Liegenschaft entgegen der ursprünglichen Planung nicht geschlossen wird“, sagte Innen-Staatssekretär Randolf Stich (SPD). Rheinland-Pfalz und die Bundeswehr pflegten „eine partnerschaftliche und verlässliche Beziehung“. Insbesondere in den ländlichen Bereichen komme der Bundeswehr auch eine große wirtschaftliche Bedeutung zu. Auch der Idar-Obersteiner Oberbürgermeister Frank Frühauf begrüßte die Nachricht aus Berlin. Sie treffe wenige Wochen vor der 60-Jahrfeier des Artillerielehrbataillons 345 ein, die am 31. August in der Klotzberg-Kaserne geplant sei. Bereits im Januar hatte das Verteidigungsministerium bekannt gegeben, dass das 340 Hektar große Munitionslager Kriegsfeld (Donnersbergkreis) mit seinen 155 Bunkern wieder in Betrieb genommen werden solle. Das Depot war Ende 2010 geschlossen worden. Bis zum Jahr 2027 sollen dort rund 70 Millionen Euro in das Gelände investiert und 75 Stellen geschaffen werden. Auch die US-Streitkräfte investieren weiter in großem Stil in pfälzische Stützpunkte. So wird bei Weilerbach (Kreis Kaiserslautern) seit Jahren mit einigem Aufwand für rund eine Milliarde Euro ein gigantisches Hospital aus dem Boden gestampft. Und in Germersheim bemühen sich die US-Streitkräfte, die Kapazität ihres Gefahrstofflagers von derzeit 70 auf 1900 Tonnen zu erhöhen. Laut dem Landeskommando Rheinland-Pfalz in Mainz verfügt die Bundeswehr derzeit landesweit über 18 Standorte. Insgesamt beschäftigt die Bundeswehr im Land rund 23.000 Menschen, davon 14.300 Soldaten und 8800 Zivilbeschäftigte. Einwurf