Rheinland-Pfalz Bei Lebensmitteln Hygiene am wichtigsten

Die Proben werden im Labor untersucht.
Die Proben werden im Labor untersucht. Foto: dpa

Nachdem am Dienstag 197 Kinder mehrerer Schulen und Kindergärten in Landau und dem Landkreis Südliche Weinstraße erkrankt sind, werden nun im Landesuntersuchungsamt Proben des Kantinenessens untersucht. Ein Ergebnis steht noch nicht fest. Bundesweit ist in derartigen Fällen am häufigsten Fleisch betroffen.

Beim Landesuntersuchungsamt (LUA) landet so ziemlich alles, was untersucht werden muss: Wein, Trinkwasser – und auch Lebensmittel. Gabriele Luhufer ist auf Lebensmittel spezialisierte Tierärztin und zuständig für Fertiggerichte. Es komme immer mal wieder zu Gruppenerkrankungen, sagt sie. Überall, wo Menschen gemeinsam verpflegt werden. Eine Zahl konnte das LUA jedoch nicht nennen. Nur so viel: Im Jahr 2019 wurden bis Anfang November etwa 1000 Proben in Großküchen, Gaststätten oder bei Caterern genommen, davon 166 Fertiggerichte.

Größere Gruppenerkrankungen wie in Landau seien aber vergleichsweise selten. Das liege auch daran, dass die Betriebe sensibilisiert seien. Besonders bei Altenheimen, Krankenhäusern oder Einrichtungen mit Kindern werde darauf geachtet, keine Produkte wie etwa rohes Fleisch zu verwenden, so LUA-Sprecherin Kerstin Stiefel.

Bundesweite Zahlen veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI) im Infektionsepidemiologischen Jahrbuch. Im Jahr 2018 wurden demnach 337 explizit lebensmittelbedingte Ausbrüche gemeldet. Die meisten davon wurden durch Salmonellen oder Campylobacter-Bakterien verursacht. Dabei sind insgesamt 1331 Menschen erkrankt, sechs Menschen starben. Zwei davon durch Salmonellen, vier durch Listeriosen. Am meisten waren Fleisch (45 Prozent), Ei (19 Prozent), Milch (16 Prozent), Suppen und Soßen sowie Fisch oder Meeresfrüchte (jeweils sechs Prozent) betroffen.

Ob das Schulessen in Landau und dem Kreis Südliche Weinstraße die Erkrankungen ausgelöst hat, ist noch nicht bekannt. Das Ergebnis stehe frühstens am Montag fest, hieß es.

Das Landesuntersuchungsamt führt neben Kontrollen bei Auffälligkeiten auch Stichproben durch. Zuständig seien aber zunächst die Gesundheitsämter, erklärt Kerstin Stiefel. Die etwa 20.000 eingesendeten Proben werden dann vom LUA untersucht. Am allerwichtigsten, so Stiefel, sei die Hygiene. Nur so könne absolute Sicherheit gewährleistet werden. Dazu gehöre auch etwa die Einhaltung der Kühlkette oder das richtige Abkochen von Lebensmitteln. Deshalb sei es besonders wichtig, dass die Kontrollen vor Ort stattfinden. Oder wie Stiefel sagt: „Die beste Kontrolle nützt nix, wenn die Küche versifft ist.“

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