Rheinland-Pfalz Beißerei wegen der Hundesteuer
«MAINZ.» Der Bund der Steuerzahler Rheinland-Pfalz hat erneut die Abschaffung der Hundesteuer gefordert. Die Kommunen lehnen dies mit Nachdruck ab und werfen dem Steuerzahlerbund vor, einer „Vollkasko-Mentalität“ Vorschub zu leisten.
Abhängig von Wohnort, Hunderasse und Anzahl der gehaltenen Tiere werden in Rheinland-Pfalz zwischen 45 Euro und 1680 Euro Hundesteuer pro Jahr und Vierbeiner fällig. Dies ergibt sich nach Angaben des Steuerzahlerbundes aus einer Umfrage unter den 50 größten Städten und Gemeinden im Land. Die Steuer, die ihre Ursprünge im Mittelalter habe, sei ihrer Höhe nach willkürlich und werde nicht zweckgebunden für Folgen der Hundehaltung eingesetzt, zum Beispiel für die Beseitigung von Hundekot, kritisierte der Verein gestern in einer Mitteilung. Zudem werde auf mangelnde finanzielle Leistungsfähigkeit der Hundehalter keine Rücksicht genommen. Die Haltung eines ersten Hundes kostet den Angaben zufolge in Mainz 186 Euro pro Jahr, es folgen Trier und Landau mit jeweils 120 Euro. Am günstigsten ist die Haltung eines Hundes in Nieder-Olm (45 Euro), gefolgt von Böhl-Iggelheim (50 Euro). Wer einen zweiten Vierbeiner hält, muss dafür meist tiefer in die Tasche greifen. Er kostet zwischen 60 Euro (Betzdorf) und 216 Euro (Mainz). Deutlich teurer sind in der Mehrzahl der Kommunen Kampfhunde. Die Jahressteuer schwankt zwischen 50 Euro (Böhl-Iggelheim) und 800 Euro (Wittlich). Noch tiefer in die Tasche greifen müssen Halter, die einen zweiten oder gar einen dritten Kampfhund (1680 Euro in Boppard) haben. Der Steuerzahlerbund erkennt an, dass zum Beispiel Blindenhunde von der Steuer befreit sind. Auch gebe es in vielen Kommunen eine befristete Steuerbefreiung für Vierbeiner aus dem Tierheim. Vor einem Jahr hatte der Steuerzahlerbund Rheinland-Pfalz eine ähnliche Statistik veröffentlicht. Auch in anderen Bundesländern fordert der Verein die Abschaffung der Hundesteuer. Die Hundesteuer sei wichtig, konterte der Gemeinde- und Städtebund (GStB) gestern. Sie habe den Kommunen im Land vergangenes Jahr rund 19 Millionen Euro in die Kassen gebracht. Die Gemeinden investierten in Freilaufflächen für Hunde, in Straßenreinigung und Kotbeutel. Außerdem würden Tierheime von den Kommunen unterstützt. Der Steuerzahlerbund fordere auch die Abschaffung der Straßenausbaubeiträge, ohne zu erklären, wie die Kommunen an Geld kommen sollen. Städte und Gemeinden könnten nicht für alles zuständig sein, ohne dass sich die Bürger daran beteiligten, sagte der stellvertretende GStB-Vorsitzende Ralph Spiegler. Kommentar Info Die Übersicht zur Hundesteuer: www.steuerzahler-rheinland-pfalz.de