Rheinland-Pfalz Aus Angst vor dem Coronavirus nicht zum Arzt
Der Hebammen-Landesverband Rheinland-Pfalz verzeichnet wegen der Corona-Krise eine verstärkte Nachfrage nach Hausgeburten. „Die Zahl der Anfragen hat im März und im April deutlich zugenommen, wir erklären uns das mit der allgemeinen Verunsicherung wegen der Pandemie“, sagt Verbands-Vize Christiane Rübenach. Kurzfristig sei eine Hausgeburt aber nicht zu leisten. „Viele haben die Vorstellung, dass eine Hebamme jederzeit außerklinisch Geburten machen kann und darf.
Doch ohne Ausstattung und Versicherung ist das nicht erlaubt.“ Zu einer Hausgeburt sei unter anderem eine Spezialversicherung nötig, die für freiberufliche Hebammen mit Geburtshilfe rund 9100 Euro jährlich koste. „Das lohnt sich nur, wenn man das oft macht.“ Die zuletzt überdurchschnittliche Anzahl von Anfragen sei auch deswegen verständlich, weil Väter im Krankenhaus wegen der Corona-Pandemie zwischenzeitlich nicht bei der Geburt dabei sein durften. Nachdem die Regelungen in den Kreißsälen gelockert worden seien, gehe die Nachfrage etwas zurück.
Leere Praxen: Klagen über Umsatzrückgang
Die niedergelassenen Ärzte in Rheinland-Pfalz leiden dagegen unter Umsatzrückgängen, weil viele Menschen in der Corona-Krise den Weg in Praxen scheuen. Auch heißt es, dass viele Leistungen telefonisch erbracht würden, aber damit nicht abgerechnet werden könnten wie Behandlungen bei Patientenbesuchen. Branchenvertreter fordern Unterstützung von Krankenkassen und Politik. Der Präsident der Landesärztekammer, Günther Matheis, spricht von weniger Patienten sowohl in klassischen Hausarzt- als auch in Facharztpraxen. Genaue Zahlen zur Erlösentwicklung lägen aber noch nicht vor. Die Initiative der Fachärzte in Rheinland-Pfalz sprach von einer „Corona-Angst“ bei Patienten. Dies führe zu Mindereinnahmen bei vielen ambulant tätigen Fachärzten, die mittelfristig ihren Praxisbetrieb nicht mehr im notwendigen Maße aufrechterhalten könnten.
Landesweit nur 20 neue Corona-Infektionen
Die Gesundheitsämter in Rheinland-Pfalz haben innerhalb eines Tages 20 neue Corona-Infektionen gemeldet. Die Gesamtzahl stieg bis Donnerstag (Stand 10 Uhr) um 0,3 Prozent auf jetzt 6223 Fälle. Ende März waren die täglichen Zuwachsraten noch zweistellig gewesen. Bislang kamen 192 infizierte Menschen ums Leben, drei mehr als der Stand am Mittwoch war. Bei den in den letzten zwei Wochen neu erkrankten Menschen liegt der Kreis Alzey-Worms mit 18 Fällen pro 100.000 Einwohnern an der Spitze, vor Worms (17) sowie Mainz und Kaiserslautern (jeweils 17).
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