Kommentar Maskentragen: Allein die Augen

Was sagen die Augen, wenn der Rest des Gesichts, wenn die Mimik nicht zu sehen ist?
Was sagen die Augen, wenn der Rest des Gesichts, wenn die Mimik nicht zu sehen ist?

Hinter einer Stoffmaske kann es verdammt heiß werden, außerdem können sich die Gummibänder mit den Haaren oder den Brillenbügeln verheddern. Und erst der Blick in den Spiegel... Bloß nicht. Auch die Mimik – nicht zu erkennen. Und was sagen Augen, wenn der Rest des Gesichts darunter verdeckt ist? Lächeln sie, schauen sie ernst, gar verbittert oder böse? Ganz schwer, sagt auch ein Mannheimer Fotograf und Künstler. Er bittet Passanten auf der Straße, sich von ihm porträtieren zu lassen. Dafür nimmt er sich zwanzig Minuten pro Mensch.

Etwas Besonderes entlocken

Die meiste Zeit investiert er, wie viele Fotografen, ins Gespräch mit ihnen. Um etwas Persönliches zu erfahren, um in sie einzudringen mit seinen Fragen, seinen Augen, um ihnen und ihren Augen etwas Besonderes zu entlocken. Das Foto ist dann ganz schnell gemacht. Diese Überlegungen mögen für manche banal oder höchstens künstlerisch herausfordernd sein.

Wenn die Lippen nicht zu sehen sind

Für Menschen mit Handycap, für Kranke, sind mit einem Mund-Nasen-Schutz noch ganz andere Probleme verbunden, die den meisten nicht bewusst sein dürften. So ist es gut, wenn Betroffene darauf aufmerksam machen. Wie in dem Fall der Familie des Mannes aus Speyer. Er, der die Lippenbewegung sehen muss, hört noch nicht einmal, wenn er angesprochen wird. Seine Familie fordert keinesfalls die Änderung oder Abschaffung der Maskenpflicht beim Einkaufen. Sondern einfach Verständnis.

Welche Probleme Gehörlose mit der Maskenpflicht haben, lesen Sie hier.

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