Rheinland-Pfalz Auf neue Art geteilte Verkostungsfreuden
Wie kann noch mehr Leuten der Genuss besonderer Genüsse ermöglicht werden, wenn nicht genug Platz ist für alle Interessierten? Bei der vierten „Pfälzer Lagen-Art“ am Samstag auf dem Hambacher Schloss suchte man mit einer Neuerung eine Antwort auf diese Frage zu finden: Die Weinmesse wurde zeitlich unterteilt. Nach den ersten drei Stunden war quasi „Schichtwechsel beim Proben-Schlotzen“ angesagt. Wie das klappen würde? Da waren viele neugierig. Schließlich vergeht die Zeit im Nu, wenn beim Degustieren ausgewählt werden kann unter mehr als 240 Gewächsen von 60 pfälzischen Weinbaubetrieben. Zumal, wenn dabei terroirbedingte Unterschiede intensiv verglichen werden. Steht doch bei der „Lagen-Art“ speziell die Prägung von Weinen durch ihre Herkunft aus den verschiedenen Pfälzer Lagen im Fokus. Kurz vor Ende der ersten Verkostungszeit waren so etliche noch vertieft ins Probieren und Parlieren mit Winzern und miteinander. Es dauerte ein Weilchen, bis alle Gäste der „Gruppe eins“ die drei Säle verlassen hatten. Freundlich per Mikrofon dazu aufgefordert hatte Detlev Janik, Geschäftsführer der Pfalzwein-Werbung, die mit dem Weinbauverband Pfalz und den Pfälzer Prädikatsweingütern (VDP) Veranstalter ist. Erfreulicherweise lief alles ruhig und reibungslos ab in der 30-minütigen Pause. Mancher wäre gern noch geblieben, anderen reichte es hinsichtlich der Aufnahmefähigkeit – was sich nicht nur auf die „Promillegefahr“ bezieht. Dann strömten die Träger von nun andersfarbigen, beim Einlass angelegten Papierarmbändern zu den Ausschankstellen. Nach dem verhalteneren Start herrschte jetzt mehr Betrieb. Die Karten für diesen späteren „Messeteil“ waren schon Tage zuvor ausverkauft. Insgesamt kamen laut Janik rund 350 Gäste. Auf einen Schlag hingegen hätte man aus Sicherheitsgründen nur deutlich weniger in die Schlossräume lassen dürfen. Zuvor hatten daher nie alle Interessenten „Lagen-Art-Tickets“ erhalten können. Mit dem Versuch, dies zu ändern durch zwei, dafür aber um zwei Stunden kürzere Verkostungszeiten, zeigte Janik sich dem ersten Eindruck nach sehr zufrieden. Ob man dabei bleibt, müsse aber in Ruhe besprochen werden, auch mit den Winzern. Übrigens wird man auch deren starkem Interesse an der Präsentation gerecht durch noch eine Neuerung: Von den VDP-Gütern nahm diesmal, wie Vorsitzender Hansjörg Rebholz erklärte, nur die Hälfte teil, um mehr anderen Betrieben das Mitwirken zu ermöglichen. Voraussetzung dafür ist, dass sie ihre Erzeugnisse, orientiert an der beim VDP geltenden Klassifikation, einteilen in Guts-, Orts- und Lagenweine. Wer neben den VDP-lern mitmachen durfte, wurde ausgelost. Die anderen dürfen nächstes Mal dabei sein. Ein „Wechsel-System“, das auf alle Fälle auch aus Besuchersicht zu begrüßen ist, weil’s die „Lagen-Art“ noch spannender macht.