Am Rande RHEINPFALZ Plus Artikel Am Rande: Warum ein Pfälzer in den Landtag darf

Marcus Klein, derzeit Beigeordneter der VG Ramstein-Miesenbach.
Marcus Klein, derzeit Beigeordneter der VG Ramstein-Miesenbach. Foto: JUNG

Manchmal kommt es anders als man denkt. Ende vergangener Woche hat Marcus Klein Post aus Bad Ems bekommen. Der Landeswahlleiter will wissen, ob der 43-jährige CDU-Politiker aus Steinwenden (Kreis Kaiserslautern) sein Landtagsmandat annehmen will. Eine Woche hat Klein Zeit, sich zu erklären.

Der Brief kommt nicht ganz überraschend, aber zum jetzigen Zeitpunkt unerwartet. Klein war Landtagsabgeordneter von 2011 bis 2016. Das wäre er gerne geblieben, doch im heimischen Wahlkreis musste sich der Westpfälzer vor dreieinhalb Jahren seinem SPD-Mitbewerber Daniel Schäffner von der SPD knapp geschlagen geben. Für den Wiedereinzug in den Landtag über die Landesliste reichte es auch nicht – zu schwach war das Abschneiden der CDU.

Nachrücker aus dem Rennen

Marcus Klein, in Mainz gerne als einer mit politischer Zukunft gehandelt, fand ein Auskommen als hauptamtlicher Beigeordneter der Verbandsgemeinde Ramstein-Miesenbach. Man darf annehmen, dass der CDU-Mann für die Landtagswahl 2021 wieder den Hut in den Ring werfen wird. Dabei sind schon seit einiger Zeit die Chancen gut, dass Klein sogar schon früher nach Mainz zurückkehren kann. Denn auf der Landesliste seiner Partei steht er inzwischen an erster Stelle der Kandidaten, die noch nicht in den Landtag nachgerückt sind.

Dass Klein gerade jetzt Post aus Bad Ems bekommt, ist dennoch bemerkenswert. Es kam so: Der CDU-Abgeordnete Ralf Seekatz aus dem Westerwald ist ins Europaparlament gewählt worden und deshalb Ende September aus dem Landtag ausgeschieden. Sein Nachrücker im Wahlkreis ist aus Sicht des Landeswahlleiters aus dem Rennen, weil er vorübergehend seinen Hauptwohnsitz nach Hessen verlegt hatte. Also kommt statt seiner Marcus Klein zum Zug. Dumm nur: Der ausgebootete Westerwälder will sich wehren. Nach Monaten könnte der Verfassungsgerichtshof entscheiden, wer von den beiden in den Landtag darf – und Klein könnte wieder ohne Job dastehen. Es ist eine verzwickte Frage, die der Landeswahlleiter gestellt hat. Aber wer nichts wagt, der nicht gewinnt.

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