Rheinland-Pfalz Am Rande: Heldensuche schon im Jahr 1978
Das entschlossene Handeln des rumänischen Lkw-Fahrers, der vor einer Woche auf der A 62 bei Landstuhl zwei Pferde einer Westpfälzerin vor dem Feuertod rettete, bewegt weiter die RHEINPFALZ-Leser. Denn so schnell, wie der Mann an Ort und Stelle auftauchte und den Anhänger vom brennenden Auto abkoppelte, so rasch war er auch wieder weg. Seitdem sucht Pferdebesitzerin Natalie Müller nach dem Lkw-Fahrer, um sich für seine Heldentat zu bedanken. Als Lydia Mayr aus Ludwigshafen von dem Fall las, fiel ihr sofort wieder ein, was sie 1978 erlebt hatte. Die Parallelen zur Geschichte des rumänischen Lkw-Fahrers sind erstaunlich. Doch der Reihe nach: Mayr war mit ihrem kleinen Sohn in Bobenheim-Roxheim (Rhein-Pfalz-Kreis) einkaufen, hatte ihr Auto – einen roten VW K 70 – noch vollgetankt und machte sich dann auf die Heimfahrt. Plötzlich sah sie Rauch aus der Motorhaube aufsteigen. „Da stimmt was nicht, sagte ich mir“, erinnert sich die heute 84-jährige Lydia Mayr an den dramatischen Moment von damals. Sie hielt an, warf ihre Handtasche mit Ausweis und Geld aus dem Auto, packte den Sohn und rettete sich ins Freie. Da loderten auch schon Flammen aus dem Motor. Ein Lkw-Fahrer stoppte plötzlich und erstickte mit einem Feuerlöscher den Brand. Doch dann war der Helfer auch schon wieder weg. Als Lydia Mayr tags darauf das Erlebnis ihren Kolleginnen auf der Arbeitsstelle erzählte, sagten die: „Das musst du in die RHEINPFALZ bringen.“ Gesagt, getan: Am 18. Oktober berichtete die RHEINPFALZ über den Fall. Doch der Lkw-Fahrer meldete sich nicht. „Ich habe ihm dann im Stillen gedankt“, sagt Lydia Mayr. Möglicherweise bleibt auch Pferdebesitzerin Natalie Müller nichts anderes übrig: Trotz Interviews im rumänischen Fernsehen und Radio gibt es von ihrem Helfer bisher keine Spur.