SIMMERN / LANDAU RHEINPFALZ Plus Artikel 17 Tage lang Warten auf Corona-Testergebnisse

Das Corona-Zentrum in Landau: Hier wurden bisher fast 5900 Reiserückkehrer getestet. Die Urlauber fahren mit ihrem Auto in die H
Das Corona-Zentrum in Landau: Hier wurden bisher fast 5900 Reiserückkehrer getestet. Die Urlauber fahren mit ihrem Auto in die Halle und lassen sich durch das Fenster einen Abstrich nehmen.

In den vier rheinland-pfälzischen Corona-Testzentren für Reiserückkehrer wurden inzwischen über 21 400 Personen untersucht. Wer infiziert ist, wird innerhalb von zwei Tagen benachrichtigt, versichert das Gesundheitsministerium. Wer nicht infiziert ist, muss sich länger gedulden.

Ulrich Schäfer aus Neuhofen (Rhein-Pfalz-Kreis) traf am 8. August aus einem Nichtrisikogebiet auf dem Flughafen Hahn ein. Dort „ließen wir uns auf Corona freiwillig testen“ (wir berichteten am 17. August). Doch auf das Ergebnis wartet er noch immer.

17 Tage keine Information – wie kann das sein? – „Wir kamen sehr kurzfristig zu der Aufgabe“, sagt Sandra Zilles, die zuständige Dezernentin beim Rhein-Hunsrück-Kreis, auf Anfrage. Am Montag, 3. August, sei sie aus dem Urlaub gekommen. Da habe es erste Hinweise gegeben. Und am Mittwoch, 5. August, verkündete das Mainzer Sozialministerium, dass am nächsten Tag unter anderem im Flughafen Hahn eine Teststation für Reiserückkehrer loslegen soll.

In den ersten Tagen wurden die Daten der Reiserückkehrer noch handschriftlich erfasst, so die Dezernentin weiter. Die Information über die Testergebnisse sei über jene Gesundheitsämter gelaufen, die jeweils für die Rückkehrer zuständig seien. Ab dem 10. August sei dann ein neues Labor mit der Auswertung der Tests beauftragt worden, weil das bisherige Labor mitgeteilt habe, dass es keine Kapazitäten mehr frei habe.

Rückkehrer erhalten auf dem Hahn einen QR-Code

Das neue Labor bearbeitet die Daten elektronisch. Das funktioniert laut Dezernentin Zilles so: Im Testzentrum übertragen Mitarbeiter des Roten Kreuzes die Daten vom Personalausweis des Reiserückkehrers in den Computer. Über den werden drei Aufkleber ausgedruckt: Einen für den Begleitschein, einen für das Teströhrchen und einen mit QR-Code, den der Rückkehrer erhält. Seit dem 13. August können die getesteten Personen mit diesem Code ihr Ergebnis – positiv oder negativ – auch selbst abfragen. Das System informiert automatisch das für den Rückkehrer zuständige Gesundheitsamt über das Ergebnis.

Seit dem 10. August läuft dieses Verfahren glatt und schnell, versichert die Dezernentin. Allerdings habe es gelegentlich Probleme gegeben, wenn die Betroffenen falsche Mail- oder Postanschriften nannten. Außerdem sei es mal zwei Tage lang zu technischen Schwierigkeiten gekommen, die zu kurzfristigen Verzögerungen geführt hätten. Inzwischen seien 5060 Personen getestet worden. Davon seien 52 Rückkehrer aus Risikogebieten und acht Rückkehrer aus Nichtrisikogebieten positiv getestet worden.

RHEINPFALZ-Leser Ulrich Schäfer wurde also in der Anfangsphase getestet, als die Daten noch nicht über das elektronische Verfahren bearbeitet wurden. Reiserückkehrern, die sich auf dem Hahn testen ließen und ebenfalls schon etliche Tage auf ihr Ergebnis warten, rät Sandra Zilles, eine Anfrage per E-Mail an die Adresse virushotline@rheinhunsrueck.de zu richten.

Banges Warten nach Rückkehr aus Risikogebiet

Ulrich Schäfer ist keineswegs der einzige Rückkehrer, dessen Geduld strapaziert wurde. Der Fall der Wörtherin Sandy Schwarz ist noch problematischer, weil während ihres Urlaubs in Katalonien diese spanische Region zum Risikogebiet erklärt wurde. Noch am Tage ihrer Rückkehr in die Pfalz fuhr sie zum Testzentrum in Landau und ließ sich einen Abstrich nehmen. Nach den geltenden Corona-Bestimmungen musste sie sich solange in Quarantäne begeben, bis für sie der Nachweis erbracht ist, dass sie nicht infiziert ist.

Doch Sandy Schwarz musste tagelang vergeblich auf ihr Testergebnis werden. Erst am achten Tag nach dem Abstrich gab es Entwarnung. Aber auch nur, weil sie wieder mal selbst telefonisch nachhakte. In diesen acht Tagen durfte die junge Frau bei tollem Sommerwetter ihre Wohnung nicht verlassen, konnte sie ihre Einkäufe nicht selbst erledigen. Und natürlich „macht man sich in dieser Zeit schon so seine Gedanken“. Wenigstens hatte sie durch die Quarantäne beruflich keine Probleme, weil der Arbeitgeber ihr Homeoffice erlaubt.

Benachrichtigung „in der Regel“ in zwei bis vier Tagen

Laut dem Mainzer Gesundheitsministerium benachrichtigen die für die vier Testzentren für Reiserückkehrer zuständigen Gesundheitsämter unverzüglich alle positiv getesteten Personen: „Die Information erfolgt telefonisch und in der Regel innerhalb von zwei Tagen nach dem Test.“ Auch würden alle vier Gesundheitsämter mit Hochdruck daran arbeiten, all diejenigen zu benachrichtigen, die nicht infiziert sind. In der Regel geschehe dies innerhalb von drei bis vier Tagen, sofern die getesteten Personen per Mail erreichbar sind. Bei Rückkehrern, die keine Mailadresse angegeben habe, müsse die Dauer der Briefzustellung noch berücksichtigt werden.

Die bisherige Bilanz der Tests laut Ministerium: In Landau wurden knapp 5900 Abstriche genommen, landesweit sind es 21.434. Von den landesweit 21.133 vorliegenden Befunden seien 136 positiv.

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