Böhl-Iggelheim
Tierorakel: Deutschland gewinnt Auftaktspiel, meint Boxerhündin Isis (mit Bildergalerie)
Ab Sonntag, 19 Uhr, wird es für die Mannschaft von Julian Nagelsmann ernst. Im Spiel gegen Curaçao im NRG Stadium in Houston (Texas) will das Team die ersten drei Punkte holen. Von der Papierform her ein Pflichtsieg für Deutschland. Doch schon etliche Davids haben dem vermeintlichen Goliath ein Bein gestellt bei solchen Turnieren.
Da kann es beruhigen, wenn man vorher ein Tierorakel zum Spielausgang befragt. Das ist für uns heuer Boxerdame Isis vom Isenachtal, kurz Isi. Sie gehört RHEINPFALZ-Mitarbeiterin Julia Köller und wohnt bei ihr und ihrer Familie in Böhl-Iggelheim. Dabei ist Isi waschechte Pfälzerin, wie Julia Köller versichert. Die Familie hat sie als Welpen von einer Züchterin in Kallstadt (Kreis Bad Dürkheim).
Isi mag Bälle aller Art
Isi ist prädestiniert als Orakel. „Seit sie ein Welpe war, mag sie Bälle“, sagt Julia Köller. Jetzt kickt die Hündin, die fast fünf Jahre alt ist, selbstverständlich nicht in einer Hundemannschaft. Ihr Interesse an Bällen jedweder Art geht in eine andere Richtung. „Sie jagt gerne hinter ihnen her und zerfetzt sie leidenschaftlich gerne“, sagt Julia Köller und lacht.
Das lässt aber keine Rückschlüsse auf Isis’ Wesen zu. Sie begrüßt mich schwanzwedelnd und sehr freundlich. „Sie mag alle Menschen, Kinder ganz besonders. Und sie kommt bestens mit Besuch klar. Katzen brauchen sich allerdings nicht bei uns blicken lassen“, sagt Julia Köller. Aufregung? Beim Hund Fehlanzeige. Bei Frauchen schon eher: „Ich hoffe, dass sie sich richtig entscheidet“, sagt sie und lacht.
Sympathien für den Außenseiter? Nicht am Sonntag
Normalerweise habe sie ja Sympathien für die Außenseiter, sagt Julia Köller, die qua ihrer rheinländischen Herkunft Anhängerin des 1. FC Köln ist. Aber am Sonntag drücke sie selbstverständlich Deutschland die Daumen. WM-Fieber sei bei ihr noch nicht ausgebrochen, meint Julia Köller. „Ich glaube, ich muss erst noch mit der Mannschaft warm werden.“
Und der Vierbeiner? Um das herauszufinden, bereitet Julia Köller zwei Näpfe vor. Fleisch oder Wurst sucht man da allerdings vergebens, weil Isi an einer chronischen Niereninsuffizienz leidet. „Sie ist daher fast ausschließlich Vegetarierin.“ Also kommen in die Orakelnäpfe drei Würfel Gouda. „Wegen der niederländischen Einflüsse bei Curaçao“, sagt Julia Köller. Angerichtet werden sie auf einem Brei aus Kartoffeln, Karotten und Zucchini.
Isi wartet im Flur
Während der Vorbereitungen muss Isi im Flur in ihrem Körbchen warten. Doch als die Tür zum Wohnzimmer aufgeht, schaut sie neugierig herein – und steuert zielsicher auf den Napf zu, vor dem die deutsche Fahne steht. Sie schnuppert, und wechselt dann tatsächlich rüber zum Curaçao-Napf. Auch hier wird ausgiebigst geschnuppert. Gefressen wird aber nicht. Isi wechselt wieder zurück zum Deutschland-Napf und frisst. Ein bisschen nur, aber die Menge ist ja egal. Erleichterung beim Publikum, vor allem bei Julia Köller.
Sie tippt übrigens auf einen 3:1-Sieg der deutschen Mannschaft gegen das Team von der niederländischen Karibikinsel, die vor der Küste von Venezuela zwischen Aruba und Bonaire liegt. Mit Curaçao verbindet man hierzulande hauptsächlich den bekannten blauen Likör. Julia Köller empfiehlt daher als passendes Getränk zum Spiel die „Grüne Witwe“. Das sind zwei Zentiliter Blue Curaçao, den Rest mit Orangensaft und Eiswürfeln auffüllen. Eine andere Variante im Internet beinhaltet zwei Zentiliter Blue Curaçao, zwei Zentiliter Orangensaft, und den Rest mit trockenem Sekt auffüllen. Klingt so, als ob man damit gut auf einen Auftaktsieg der deutschen Nationalmannschaft anstoßen könnte.