Fahrrad Von Gravelbike bis automatische Schaltung: 8 Fahrradtrends für 2026
Die Fahrradsaison 2026 steht in den Startlöchern. Nachdem das Fahrradjahr 2025 von Unsicherheiten geprägt war, kündigen sich für die kommende Saison wieder spannende Neuheiten und Trends an. Der pressedienst-fahrrad wagt einen Ausblick auf die bestimmenden Fahrradthemen 2026.
1. Graveln
Im sportlichen Segment ist das Gravelbike, also ein Allwege-Rennrad mit breiten Reifen, ein, wenn nicht gar das bestimmende Thema. Auch der Zubehörmarkt öffnet sich mehr und mehr dem Thema. Ob spezielle Gravel-Helme, Gravel-Bekleidung, leistungsstarke Akku-Lichter, nachrüstbare Schutzbleche oder ergonomisch abgestimmte Komponenten – Gravel-Fans können aus den Vollen schöpfen und sich sowie ihr Rad individuell ausrüsten. Für das Radpendeln lassen sich nachrüstbare Gepäckträger anbringen, um eine Tasche für die Alltagsdinge mitzunehmen.
Gravelbikes eignen sich außerdem für Radreisen, da sie über verschiedene Ösen zum Befestigen des Gepäcks verfügen. Solche Radreisen werden indes immer beliebter. Eine Entwicklung, die auch Touristiker sehen: Gravelbiker stellen eine wachsende Zielgruppe dar. Mit Angeboten wie mehrtägigen Gravel-Rennen, wollen die Touristregionen verstärkt diese Radgruppe ansprechen und für ihre Region begeistern.
2. 32-Zoll-Bikes
Nachdem erste Prototypen auf Messen 2025 gezeigt wurden, scheint das Laufradmaß 32 Zoll mehr und mehr anzurollen. Die Vorteile der größeren Laufräder liegen auf der Hand. „Bessere Traktion und ein besseres Überrollverhalten. Das sorgt für mehr Sicherheit und es kann gleichzeitig eine höhere Geschwindigkeit erreicht werden“, erklärt Thomas Paatz, Gründer der Online-Plattform MTB-News. Der Weltradsportverband UCI hat im November 2025 die Nutzung der größeren Laufräder im Weltcup erlaubt. Das Format scheint sich also zu etablieren, obwohl sich die Fahrradhersteller noch uneins sind, ob 32-Zoll-Räder im Mountainbike- oder im Gravel-Bereich mehr Sinn ergeben – vermutlich rollen bald beide Gruppen vermehrt mit größeren Reifen.
3. Automatikschaltung
Anfänglich belächelt, aber eigentlich eine praktische Sache, die bei vielen Anwendungen Sinn ergibt: Automatikschaltungen. Gerade bei schweren Lastenrädern kann das den Radalltag erleichtern. Dabei bieten automatische Schaltungen allen Radlern Erleichterung, egal ob an der Ampel oder bergauf – denn richtig schalten will gelernt sein. Selbst bei einigen Kinderfahrrädern ist die Technik bereits im Einsatz.
4. Alltagstauglichkeit
Kompakträder und SUV-E-Bikes repräsentieren einige der vielfältigen Möglichkeiten, wie man im urbanen Alltag ein Fahrrad nutzen kann. Die Kompakträder mit 20-Zoll-Reifen lassen sich platzsparend im Keller oder der Wohnung verstauen. Sie punkten zudem durch ein wendiges Fahrverhalten. SUV-E-Bikes verbinden Reise- mit Alltagstauglichkeit. Eine sportliche Rahmengeometrie und breite Reifen werden kombiniert mit Licht und Schutzblech. So sind die Räder für alle täglichen Anforderungen gewappnet.
5. Radfahren für jeden
Der demographische Wandel in der Gesellschaft stellt auch die Fahrradbranche vor Herausforderungen. Gleichgewichtsprobleme und Krankheiten können dazu führen, dass das Rad von (nicht nur) älteren Menschen nicht mehr genutzt wird. Lösungen schaffen kippstabile, dreirädrige Fahrzeuge. „Die Räder mögen noch ungewohnt erscheinen und so manch einer hat noch Vorbehalte. Aber sie helfen, damit möglichst alle Menschen per Rad eigenständig mobil bleiben können“, sagt Michaela Buchholz, Geschäftsführerin beim Fahrradhersteller Bernds.
6. Preisentwicklung
In den letzten Jahren gingen die Preise für Fahrräder und E-Bikes stetig nach oben. Eine bessere Ausstattung der Räder, technischer Fortschritt und eine starke Nachfrage waren einige der Gründe. Doch ein Fahrrad darf nicht zum Luxusgut werden. „Für dieses Jahr zeigt sich die Entwicklung, dass vermehrt qualitativ hochwertige Räder in mittleren Preissegmenten vom Handel nachgefragt werden“, sagt Thomas Goebel, Brand Manager der Marke Victoria. Zu Preispunkten zwischen 2500 bis 3500 Euro für ein E- Trekkingbike sollen für mittlere Einkommen Einstiegspreise für wertige E-Bikes entstehen. Auch interessant: Der Gebrauchtmarkt stellt durch günstige Refurbish-E-Bikes, zum Beispiel aus Leasing-Rückläufern, eine neue Einstiegsklasse mit hochwertigen Modellen.
7. S-Pedelecs
Schnelle E-Bikes mit einer Unterstützung bis 45 km/h werden schon seit Jahren als ein Trendthema beschrieben. Allerdings scheitert der Durchbruch an der deutschen Gesetzgebung, die das Befahren von Radwegen mit den Gefährten in den meisten Fällen noch untersagt. Aber neue Studien zeigen, dass eine Radwegebenutzung kein erhöhtes Unfallrisiko darstellt. Deshalb besteht in Deutschland mittlerweile in Baden-Württemberg, bei einem Pilotprojekt in Hessen und in Nordrhein-Westfalen für Kommunen die Option, Radwege für S-Pedelecs freizugeben. Das wird immer mehr genutzt und könnte neuen Schwung für diese Bike-Kategorie bringen.
8. Fatbikes
Mit dem Begriff Fatbikes sind in diesem Fall nicht dickbereifte Mountainbikes gemeint, mit denen man über verschneite Pisten fährt. Es handelt sich vielmehr um einen abgewandelten Trend, der aktuell in den Niederlanden gefragt ist – dort soll bereits jedes zehnte neu verkaufte Rad ein Fatbike sein – und mittlerweile nach Deutschland schwappt. Die Fahrzeuge rollen zwar auf dicken Reifen, sind aber mehr als Stadträder denn als Sportgeräte konzipiert. Sie ähneln einem kleinen Motorrad oder Moped und werden in Deutschland beispielsweise von Lieferdiensten genutzt, da sie günstig in der Anschaffung sind. Das Problem: Die Räder lassen sich leicht manipulieren und fahren so über 25 km/h, wodurch sie ihren Status als Fahrrad verlieren. Zudem lassen sich manche Modelle nur mit Gasgriff und ohne Pedalunterstützung fahren. Es bleibt abzuwarten, ob sich der Trend in Deutschland flächendeckend durchsetzt und welche Auswirkungen das haben wird.
