Fahrrad-Wintercheck
So radeln Sie sicher durch die kalte Jahreszeit
Licht im Dunkeln
Wenn die Tage kürzer werden, ist es als Radfahrer besonders wichtig, gut sichtbar zu sein. Wer bisher mit einem Seitenläufer-Dynamo unterwegs war, sollte diesen spätestens im Winter durch einen Nabendynamo austauschen (lassen). Denn: Seitenläufer rutschen auf nassen und kalten Reifen durch, das Licht funktioniert nicht. Nabendynamos sind in der Regel zwar etwas teurer, dafür funktionieren sie im Winter zuverlässig.
Neben von einem Dynamo betriebenen Lichtanlagen, sind auch ansteckbare Lampen mit Batterien und Akkus zugelassen. Auch eine Kombination aus verschiedenen Lichtquellen ist erlaubt. Um auch bei einem kurzen Stopp, zum Beispiel an der Ampel, gut sichtbar zu sein, bieten sich zudem Standlichter an. Zusätzlich Pflicht sind Reflektoren an den Speichen, den Pedalen sowie vorne und hinten am Rad.
E-Bikes: Warm und sicher
Die Akkus von E-Bikes sind an sich pflegeleicht, ein paar Dinge gilt es aber zu beachten: Die Wohlfühltemperatur des Akkus liegt zwischen zehn und 25 Grad. Bei unter zehn Grad kann es sein, dass die Reichweite sinkt. Deswegen ist es sinnvoll, den Akku mit in die Wohnung oder ins Büro zu nehmen.
Viele Hersteller bieten Neopren-Schutzhüllen für den Akku an, damit kann ein schnelles Auskühlen verhindert werden. Muss der Akku geladen werden, sollte er Zimmertemperatur haben. Wird ein kalter Akku direkt an das Stromkabel gehängt, kann er Schaden nehmen.
Materialcheck
Wird das Rad ganzjährig genutzt, sollte das Material regelmäßig geprüft werden: Ist noch genügend Bremsbelag vorhanden? Ist die Kette intakt oder braucht sie zusätzliches Öl? Sind Risse oder Materialbrüche an Reifen, Griffen oder Pedalen zu erkennen? Wenn ja, sollte das Material ausgetauscht werden. Auf Winterreifen oder Spikes kann man in der Pfalz in der Regel im Winter verzichten. Dieser Check ist im Winter alle paar Wochen nötig, vor allem die Kette leidet unter der Nässe und dem Schmutz. Auch ist der Verschleiß der Bremsbeläge im Winter höher. Eine zusätzliche Fettschicht auf Brems- und Schaltzügen verhindert, dass sie einfrieren.
Lastenräder
Unter einem Verdeck sind Kinder in Lastenrädern gut vor Regen und Kälte geschützt. Gerade für die Kleinsten ist es jedoch ratsam, sie zusätzlich in eine Decke einzukuscheln – die Kinder bewegen sich nicht und können im Fahrtwind schnell frieren. Damit der Fahrer mit dem Lastenrad auch im Winter eine gutes und sicheres Fahrgefühl hat, kann man den Sattel tiefer stellen – so erreichen die Füße bei rutschigem Straßenbelag schneller den Boden.
Kleidung
Nicht nur das Rad muss im Winter auf Vordermann gebracht werden, auch die Fahrer müssen ein paar Dinge beachten: Eine Helmpflicht gibt es in Deutschland zwar nicht, Studien haben aber gezeigt, dass Radler, die einen Helm trugen, bei Unfällen mit Kopfverletzungen wesentlich glimpflicher davonkommen. Tragen Sie also, wenn die Straßen glatter werden, Ihrer Gesundheit zuliebe einen Helm.
Handschuhe gehören im Herbst und Winter zur Standardausrüstung: Es ist nicht nur unangenehm, wenn die Hände kalt sind. Es ist auch gefährlich, wenn man wegen der steifen Finger Bremsen und Gangschaltung nicht richtig bedienen kann. Mit heller Neonkleidung und Reflektoren werden Radfahrer im Dunkeln zudem besser gesehen.
Fahrverhalten
Langsam fahren, Abstand halten, in den Kurven weder treten noch bremsen, rechtzeitig und maßvoll bremsen und bei Glatteis Lenkbewegungen vermeiden und langsam ausrollen lassen. Manche Radfahrer verringern im Winter den Reifendruck. Dadurch erhält der Reifen eine breitere Auflagefläche und spürbar besseren Griff. Dabei sollte allerdings nicht der minimale Druck unterschritten werden.