Im Garten
Wiesen-Bocksbart als Wildstaude kultivieren
Zustande kommt dies durch die miteinander verflochtenen Pappushaare der Früchte. Als Pappus werden Bündel von Borsten, Schuppen und – wie beim Wiesen-Bocksbart – Haaren bezeichnet, die es der Pflanze ermöglichen, sich über den Wind zu verbreiten. Oder auch durch Kindermund. Denn welches Kind kann schon einer Riesenpusteblume widerstehen?
Von Mai bis August, mitunter aber auch bis in den Oktober hinein erscheinen die gelben Blüten des Wiesen-Bocksbarts, der zu den Korbblütlern (Asteracea) gehört. Besucht und bestäubt werden sie von Fliegen, Grabwespen, Hummelschwärmern, zwei Sandbienenarten sowie von Bock- und Blattkäfern.
Heimisch und häufig
Die Art ist heimisch und häufig. Sie als „Unkraut“ zu bezeichnen, das im Garten nichts zu suchen hat, ist müßig. Ob in Wiesenmischungen für sonnige oder für halbschattige Standorte: Der vielseitige Wiesen-Bocksbart gehört immer mit zum Grundsortiment. Die konkurrenzstarke Wildstaude gedeiht auf Trockenrasen, Fett- und Magerwiesen ebenso gut wie im normalem Gartenboden. Auch in Bauerngärten und an Wegrändern kann sie zur Geltung kommen.
Zusammen mit Pfirsichblättriger Glockenblume, Kleinem Gelben Fingerhut und Margeriten lässt sich ein reizvolles, naturnahes Bergblumenbeet gestalten, das ästhetischen Ansprüchen genügt.
Wer statt der Aussaat einer Wiesenblumenmischung lieber Jungpflanzen setzen möchte, kann ihn auf sonnigen Standorten mit Acker- und Duftveilchen, Moschusmalve, Ochsenauge, Rundblättriger Glockenblume, Taubenkropfleimkraut und Taubenskabiose vergesellschaften. Für halbschattige Plätze sind Gänseblümchen, Gemeiner Frauenmantel, Pfirsichblättrige Glockenblume, Spitzwegerich, Wolliges Honiggras und Wunderveilchen gute Pflanzpartner.
Zu beiden Standorten passen Kuckuckslichtnelke, Wiesenflockenblume, Wiesenkammgras, Wiesenlabkraut und Wiesenwitwenblume. Alle genannten Arten sind in Wildpflanzengärtnereien erhältlich.
Samen für Wildvögel
Seinen Namen verdankt der Wiesen-Bocksbart den abgeblühten Zungenblüten, die wie ein Ziegenbart aus den zusammengefallenen Hüllblättern der ehemaligen Korbblüte herausschauen.
In Landau-Mörzheim wird er als „Gäsebart“, in der Gegend von Lauterecken als „Wisselbeer“ (Beer für Bart, Bärte) und in Herxheim bei Landau als „Märestrehl“ (Märe für Mädchen, Strehl für Kamm, vermutlich von der kammförmigen Anordnung der Samen) bezeichnet, wie es der Neustadter Pflanzenkundler Julius Wilde 1923 beschreibt.
Die Samenstände der Pusteblume sind Futterquellen für Dompfaff, Hänfling, Haus- und Feldsperling, Grün- und Distelfink – sofern ein Kindermund ihnen nicht zuvorkommt.