Im Garten
Wie man einen Bokashi-Eimer selbst baut
Das Wort Bokashi kommt aus dem Japanischen und bedeutet übersetzt so viel wie „allerlei Fermentiertes“. Und genau darum geht es bei dieser Form der Umwandlung von organischen Abfällen in Erde. Beim normalen Kompostieren kommt das Material mit Sauerstoff in Berührung. Nicht so beim Bokashi. Dabei findet ein Fermentationsprozess unter Luftabschluss – also anaerob – statt. Aber nicht nur, dass beim Bokashi der Umwandlungsprozess schneller vonstattengeht, es können zudem auch noch Essensreste oder Schalen von Pellkartoffeln und vieles mehr hineingegeben werden, was beim normalen Komposter tabu ist.
Welches Material wird benötigt?
Mit wenigen Mitteln kann man sich einen Bokashi selbst bauen. Alles, was man dafür braucht, sind zwei gleich große alte Kunststoffeimer mit Deckel sowie einen Korken oder einen Zapfhahn. Sollten Sie keine Eimer zur Hand haben: Imbisse und Großküchen haben oft welche abzugeben. Wichtig ist, dass die beiden Eimer ineinandergesteckt werden können, sodass sie relativ luftdicht abschließen. Gleichzeitig sollten ein paar Zentimeter Zwischenraum zwischen den Böden bleiben. Denn dieser Platz dient zum Auffangen der Fermentierflüssigkeit – also des sogenannten Bokashi-Saftes.
Als Werkzeug wird entweder ein (Akku)-Bohrschrauber oder ein Feinmechaniker-Set gebraucht. Zur Behandlung der Küchenabfälle werden Milchsäurebakterie-Präparate benötigt, und für den Luftabschluss sollte eine wasserdichte Tüte mit Sand gefüllt werden. Sie muss so groß sein, dass der Eimerinhalt später vollkommen damit abgedeckt werden kann. Damit dieser Beutel sauber bleibt, legen Sie einfach noch ein Stück Folie zwischen ihn und die Abfälle.
Schritt 1: Boden des oberen Eimers durchlöchern
In den Boden von Eimer Nummer 1 werden mit dem (Akku)-Bohrschrauber oder dem Feinmechaniker-Set ganz viele Löcher gebohrt. Am Schluss sollte der Boden wie ein Sieb aussehen. Damit dabei kein Bohrstaub eingeatmet wird, eine Maske aufsetzen.
Schritt 2: Ablauf in den unteren Eimer bohren
Um später den Bokashi-Saft ablassen zu können, wird in den unteren Bereich an einer Seitenwand von Eimer Nummer 2 ein Loch gebohrt. Dafür kann ein sogenannter Forstnerbohrer verwendet werden, das Tragen einer Maske empfiehlt sich auch hier. In das Loch wird anschließend der Zapfhahn montiert. Anstelle des Zapfhahns können Sie das Ablaufloch auch mit einem passenden Korken verschließen.
Schritt 3: Eimer ineinanderstecken
Nun wird Eimer 1 in Eimer 2 gesteckt. Beide sollten luftdicht ineinander passen. Wenn noch Luft dazwischen ist, kann der Zwischenraum mit Silicon abgedichtet werden. Jetzt ist Ihr Bokashi-Eimer an sich schon fertig und Sie können damit anfangen, ihn zu befüllen.
Schritt 4: Küchen- und Gartenabfälle sammeln
Die Küchen- und kleineren Gartenabfälle sollten möglichst kleingeschnitten werden, bevor sie in den Eimer kommen. Nicht im Bokashi-Eimer landen sollte alles, was schimmlig ist. Aber auch Schalen von gespritzten Zitrusfrüchten sollten Sie besser nicht hineingeben.
Schritt 5: Bakterien zur Fermentierung zugeben
Um den Fermentierungsprozess der gesammelten organischen Abfälle in Gang zu bringen, müssen diese entsprechend „geimpft“ werden. Dazu wird der Abfall mit Milchsäurebakterien-Präparaten besprüht. Verwendet werden können dafür verschiedene Mittel, wie zum Beispiel Effektive Mikroorganismen (EM), Ferment Aktiv, Lebender Sauerkrautsaft oder Kanne Brottrunk. Dafür empfiehlt sich ein Mischungsverhältnis zwischen Präparat und Wasser von 1:10. Sind die Küchenabfälle sehr feucht, bestreut man sie einfach mit ein wenig Keramikpulver, Gesteinsmehl oder naturbelassenen Hobelspänen. Wollen Sie Ihr Bokashi noch mehr aufpeppen, dann mischen Sie doch ein wenig Pflanzenkohle (Biokohle) darunter. Dann bewegt sich das Ganze in Richtung Terra Preta, jener äußerst fruchtbaren Erde der Indios. Noch dazu dient die Kohle auch ein wenig als Geruchsfilter.
Schritt 6: Luftdicht abschließen
Der Umwandlungsprozess der organischen Substanzen findet bei der Fermentation unter Luftabschluss (anaerob) statt. Damit das auch möglich ist, muss die Luft zwischen den gesammelten Abfällen möglichst entweichen. Dazu drückt man die Abfälle mit einer Flasche mit flachem Boden oder einem alten Kartoffelstampfer fest zusammen. Nun legt man den Sandsack oben drauf und verschließt den Eimer mit dem Deckel. Jetzt können so lange immer wieder Abfälle nachgelegt werden, bis der Eimer komplett voll ist. Dabei jeweils auch an das Besprühen mit den Milchsäurebakterien-Präparaten denken.
Schritt 7: Zwei Wochen ruhen lassen
Ist der Eimer prall gefüllt, lassen Sie ihn zwei Wochen bei Zimmertemperatur ruhen. Oder Sie stellen ihn zwischen Frühjahr und Herbst auf den Balkon oder die Terrasse. Aus der Abflussöffnung zwischendurch immer wieder mal den Bokashi-Saft ablassen. Diese mitunter etwas streng riechende bräunliche Brühe kann stark verdünnt als Dünger im Garten und für Zimmerpflanzen beziehungsweise pur sogar als biologisches Abflussfrei verwendet werden. Nach der rund zweiwöchigen Ruhezeit sollte der fermentierte Abfall so ähnlich wie Sauerkraut riechen.
Schritt 8: Zum Vererden eingraben
Nun können Sie ihn zum Vererden in den Boden eingraben. Allerdings noch nicht direkt in bereits bepflanzte Beete. Je nach Jahreszeit dauert das Vererden nur wenige Wochen. Es kann aber auch passieren, dass daraus etwas wächst, zum Beispiel, weil Samen von Kürbis & Co., die im Bokashi waren, aufgegangen sind.