Im Garten RHEINPFALZ Plus Artikel Pflanzensuche mit dem Smartphone

Das Lungenkraut wird anhand von Blättern und Blüten gut erkannt. Beide weisen typische Merkmale in Form und Farbe auf.
Das Lungenkraut wird anhand von Blättern und Blüten gut erkannt. Beide weisen typische Merkmale in Form und Farbe auf.

Was wächst eigentlich in meinem Garten? Welche Obstsorte haben mir Oma und Opa da überlassen? Ist das Kraut im Beet vielleicht gar kein Unkraut? Fragen, die heute dank verschiedener Apps meist erfolgreich zu beantworten sind. Eine Auswahl.

Bewundernswert, wer beim Anblick einer Pflanze sofort sagen kann, das ist das oder jenes. Bei der Fülle an Gewächsen ist das nicht einfach. Egal ob Blumen, Sträucher oder Bäume, die Vielfalt ist enorm, und der Sortenreichtum macht es nicht leichter.

Nicht jeder mag dicke Bestimmungsbücher wälzen, mit denen das sichere Zuordnen von Strauch, Baum, Gras und Blume zuweilen ein schwieriges Unterfangen ist. Vor allem Gräser und grasartige Gewächse sind eine Herausforderung, denn sie gleichen sich auch in Details. Ist das nun ein Halm mit Knoten? Wie sieht der aus, eher rundlich oder scharfkantig? Wo ist der Blütenstand, am Halmende oder an der Seite? Blüht hier ein Ährchen oder blühen mehrere?

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Tipp: Was noch hilft

Bei den im Alltagsjargon als Blumen bezeichneten Gewächsen erscheint es zunächst einmal einfacher. Schon die Farbe der Blüte kann etwas aussagen. Muss sie aber nicht. Manchmal hilft die Anzahl der Blütenblätter oder der Blick auf den Kalender: Zeigt sich die Pflanze im Frühjahr, im Sommer oder im Herbst oder blüht sie vielleicht sogar im Winter? Blätter hat sie meist auch, die in Bestimmungsbüchern bis hin zum Verlauf der Blattadern genau beschrieben sind. Aber wer eine bislang unbekannte Pflanze im Garten oder draußen in der Natur entdeckt, der rauft sich schnell die Haare, selbst wenn ein Bestimmungsbuch im Rucksack steckt und verfügbar ist.

Am besten Ausschnitte fotografieren

Die detektivische Feinarbeit, um eine Blume am Ende vielleicht mit ihrem richtigen Namen ansprechen zu können, die mag für einige die Erfüllung sein und dank botanischer Erfahrung auch zum Ziel führen. Für die allermeisten sind die zumeist fotobasierten Naturbestimmungsapps, die mittels Smartphone durchaus zu einer passablen Trefferquote führen, praktikabler. Kostenlos sind viele der Apps obendrein. Ihre Anwendung ist nicht schwer: Pflanze fotografieren, am geschicktesten nur einen Ausschnitt wie Blatt, Rinde und Blüte, dann liefert die App einen Vorschlag, um welche Pflanze es sich handeln könnte.

Der erste Vorschlag weist – eine gute Aufnahme mit kontrastreichem Hintergrund vorausgesetzt – meist schon in die richtige Richtung. Allerdings nicht bei allen Pflanzen. Die Apps arbeiten auf der Grundlage von Datenbanken. Sind diese nicht gut gefüllt oder handelt es sich um eher seltene Pflanzen, dann ist der Griff zum dicken Buch auf jeden Fall sicherer. Jedenfalls für den Botaniker.

Eine der gängigsten kostenlosen Apps ist PlantNet. Sie wurde von verschiedenen Forschungseinrichtungen gemeinsam entwickelt und liefert dank einer inzwischen recht großen Datenbank bei Wildpflanzen gute Trefferquoten. Für die Bestimmung von Zierpflanzen ist die App allerdings weniger geeignet.

Bei Zierpflanzen ist Luft nach oben

Auch die App Flora Incognita liefert bei heimischen Wildpflanzen gute Ergebnisse, lässt aber bei nicht heimischen Arten und Zierpflanzen noch deutlich Luft nach oben. Zu jeder Art gibt es einen Beitrag mit bebildertem Steckbrief, typischen Merkmalen und weiteren Informationen wie dem wissenschaftlichen Namen. Die App wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung, das Bundeministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit sowie das Bundesamt für Naturschutz gefördert.

Es gibt noch einige weitere Pflanzenbestimmungs-Apps, die teils mit nerviger Werbung aufwarten und nicht wirklich kostenfrei sind. Die App iNaturlist verspricht, dass sie außer Pflanzen auch Insekten bestimmen kann.

Es geht aber auch ohne App. Im Internet gibt es zahlreiche Plattformen, über die Pflanzenbestimmung möglich ist. Sie gleichen ein wenig dem dicken Buch, nur in digitaler Form. Auch hier wird anhand der Blütenfarbe, der Form der Blätter und der Samen, Nüsse und Beeren die bislang unbekannte Pflanze bestimmt. Zumindest kann es versucht werden. Ob es eindeutig gelingt, ist vor allem bei nicht heimischen Wild- und Zierpflanzen eine andere Sache. Die gängigsten Plattformen sind hier Krautfinder und pflanzenbestimmung.info.

Egal ob App, Online oder doch das dicke Buch – die Suche nach der richtigen Pflanze ist immer eine spannende Sache und verschafft tatsächlich Glücksmomente, wenn sie von Erfolg gekrönt wird.

Bei Rosensorten schwächeln Apps wie PlantNet.
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 Google Lens sucht nach ähnlichen Fotos.
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