Im Garten
Herzblumen liegen wieder im Trend
Überwiegend aus Fernost stammt diese Staude mit dem botanischen Namen Dicentra. Sie kam erst im 19. Jahrhundert nach England, wo sie wegen ihrer ungewöhnlichen Blüten, die sich meist wie Perlen an einer Kette aufreihen, sofort bestaunt wurde. Innerhalb weniger Jahrzehnte war sie auch auf dem Kontinent fest in die Gärten integriert und besonders beliebt in den Bauerngärten. Dort war es durchaus üblich, das „Tränende Herz“ wegen seiner Schönheit an einen bevorzugten Platz ins Gemüsebeet zu pflanzen – als besonderen Blickpunkt. In der Mitte des 20. Jahrhunderts etwas in Vergessenheit geraten, steht das „Tränende Herz“ in der Gunst der Gärtnerinnen und Gärtner zurzeit zu Recht wieder ganz oben.
Unter den Herzblumen aus der Familie der Mohngewächse gibt es etwa 15 Arten, von denen einige auch aus Nordamerika stammen. Manche gedeihen in Höhenlagen bis zu 2000 Metern. In den Gärten am häufigsten anzutreffen sind die Zwerg-Herzblume (Dicentra eximia) und das „Tränende Herz“ (Dicentra spectabilis).
Blüten als Schnittblumen
Die Zwerg-Herzblume stammt aus Nordamerika und ist von buschigem, niedrigem Wuchs. Sie wird nur etwa 25 Zentimeter hoch und entwickelt kriechende Wurzelausläufer (Rhizome), sodass sich die Pflanze von Jahr zu Jahr im Beet weiter ausbreitet. Zeitig im Frühjahr bildet sie farnartiges, feines Laub. Die herzförmigen Blüten erscheinen im April und hängen in Trauben zwischen den Blättern. Die Blütezeit erstreckt sich in der Regel bis in den Sommer hinein; die weiß blühende Alba zeigt ihre Blüten vereinzelt sogar bis in den Herbst.
Das „Tränende Herz“ bildet aus brüchigen Rhizomen einen 80 Zentimeter bis zu einen Meter hohen, verzweigten Spross mit graugrünen Blättern, an denen die Blüten traubenförmig wie geöffnete, rosige Herzen mit weißer Träne hängen und im Wind leicht hin- und herpendeln. Die Sorte Dicentra spectabilis ’Alba' bleibt im Wuchs etwas kleiner und blüht mit reinweißen Herzen. Die Blüten eignen sich auch hervorragend als Schnittblumen und halten lange in der Vase.
Im Haus vorziehen
Für eine Neupflanzung besorgt man sich die Rhizome am besten im zeitigen Frühjahr. Sie werden flach in guten, humosen Boden eingepflanzt. Wenig bekannt ist, dass sich das „Tränende Herz“ ab Januar auch hervorragend als Treibpflanze im Haus eignet. Nach kurzer Einweichzeit in warmem Wasser wird das Rhizom eingetopft und auf der warmen Fensterbank gehalten. Bereits im Vorfrühling erscheinen dann die Blüten. Die Zwerg-Herzblume eignet sich auch für eine Haltung im Kübel.
Die Stauden vertragen im Garten einen halbschattigen bis schattigen Standort und passen daher gut in die Nähe oder unter Laubgehölze, wo sie vor dunklem Hintergrund besonders gut wirken. Als Nachbarschaftspflanzen eignen sich zum Beispiel Christrose, Akelei, Maiglöckchen, Eisenhut und Vergissmeinnicht. Auch schattenliebende Gräser sind gute Nachbarn.
Noch vor dem Auflaufen der Pflanzen düngt man mit reifem Kompost oder gibt etwas verdünnte Pflanzenjauche auf die Erde. Zum Ende der Blütezeit von Mitte bis Ende Mai kann man auch Grünstecklinge nehmen, die sich in humoser Erde rasch bewurzeln. Als Frühlingsblüher zieht das „Tränende Herz“ im Sommer die Blätter ein. Die Rhizome können ausgegraben werden, um die Stauden über Teilung zu vermehren. Am besten gedeihen und blühen sie aber, wenn sie längere Zeit ungestört an ein und derselben Stelle wachsen.