Im Garten
Gehölze für den Klimawandel: Die Kornelkirsche
Wenn sich ab Februar die ersten gelben Blüten an einem Strauch zeigen, dann steht da vermutlich eine Kornelkirsche. Das Wildfruchtgehölz, das seine Blüten lange vor dem Laubaustrieb öffnet, ist ein leuchtender Vorbote des beginnenden Frühlings. Meist erscheinen die vielen kleinen, in kugeligen Trugdolden angeordneten Einzelblüten noch vor der extrem frühen Forsythienblüte. Die ist offensichtlich aber nicht ganz so nahrhaft und wird von den meisten Insekten gemieden.
Nicht so beim leuchtenden Gelb der Kornelkirsche. Hier werden reichlich Nektar und Pollen für Wildbienen, Schwebfliegen, Hummeln und Honigbienen für ein erstes Festmahl nach der Winterruhe geliefert.
Ein wildes Gewächs
Die Kornelkirsche gehört zur Familie der Hartriegelgewächse (Cornaceae) und ist keineswegs mit der Kirsche verwandt. Der Strauch bevorzugt kalkhaltige, lockere und durchlässige Böden und kommt an sonnigen Waldrändern, in lichten Laubmischwäldern, auf trockenen Hängen, in Gebüschen und Feldrainen vor. Das Wildfruchtgehölz wird bis zu stattliche acht Meter hoch, genauso breit und bis zu 100 Jahre alt. An sonnigen Standorten kann die Kornelkirsche sich zu einem Baum entwickeln. Steht sie unter anderen Gehölzen, zeigt sie sich als kleiner, breiter Strauch. Sie kommt mit trockenen, heißen Sommern gut klar und ist sehr frostsicher. Mit Blick auf den Klimawandel kann die Kornelkirsche guten Gewissens in den Garten gepflanzt werden
Außer der Wildform (Cornus mas) gibt es zahlreiche Zuchtsorten, darunter auch die großfruchtige Sorte Jolico, die von September bis Oktober ihre reifen, zuckerreichen Früchte präsentiert. Die großfruchtigen Sorten wachsen in der Regel schwächer als die Wildform und werden auch meist nur etwa drei Meter hoch.
Wer sich entscheidet, die robuste und pflegeleichte Kornelkirsche in den Garten zu holen, der muss lediglich darauf achten, das Gehölz nicht in einen staunassen Boden zu pflanzen. Aufgrund seines intensiven Herzwurzelsystems kann es dagegen gut zur Bodenbefestigung von Hanglagen dienen. Nicht der einzige Pluspunkt: Das leuchtend rote Herbstlaub macht die Kornelkirsche in der dritten Jahreszeit zu einem Hingucker. Eine Einzelstellung lohnt sich also durchaus, wenngleich die meisten Sträucher in Wind- oder Sichtschutzhecken ihre Verwendung finden.
Für Marmelade geeignet
Von Herbst bis Frühjahr ist die richtige Pflanzzeit. Im Alter von sechs bis acht Jahren kann mit ersten Früchten gerechnet werden. Die gelben Blüten zeigen sich schon an jüngeren Sträuchern.
Einmal gewachsen, erweist sich der Großstrauch oder Baum auch als wichtiges Vogelnähr- und Nistgehölz. Haselmaus und Siebenschläfer fressen die Früchte gerne. Vielleicht sollte sich der Gärtner einfach auch einmal an den im Herbst reifen, süßen und Vitamin-C-haltigen Kornel„kirschen“ bedienen. In der frühen Heilkunde wird die Frucht als wohltuend für den Magen und bei Gicht beschrieben. Bis heute ist sie in der Volksmedizin als fiebersenkend und verdauungsfördernd bekannt.
Lässt man die Kornellen fast überreif und dunkel- bis schwarzrot werden, schmecken sie süßsauer und lassen sich bevorzugt zu Marmelade oder Saft verarbeiten. Vorausgesetzt, die Tierwelt hat dann noch was zurückgelassen.