Im Garten
Ein Sauergras mit edler Verwandtschaft
Seggen (Carex) kommen fast weltweit vor. Rund 2200 Arten dieser ausdauernden, krautigen Pflanze gibt es. Sie gedeihen hoch in den Bergen genauso gut wie am Meer, im Schatten und in der Sonne. Es gibt Arten, die sich auf kargem Boden wohlfühlen, andere lieben es, ihre Wurzeln ins Nass zu stecken. Bei dieser Vielfalt gibt es für jeden Standort im Garten die richtige Segge.
Pflegeleicht und robust sind sie alle. Auch wenn Seggen häufig schlicht als Gras und, wenn es sich um eine kultivierte Form handelt auch als Ziergras bezeichnet werden, gehören sie botanisch gesehen nicht zu den echten Gräsern. Sie sind also keine Süßgräser und nicht mit unserem Getreide verwandt. Seggen gehören zur Familie der Sauergrasgewächse und sind mit dem Echten Papyrus verwandt, einer Pflanze, die im alten Ägypten zu einer Art Schreibpapier verarbeitet wurde.
Seggen setzen Effekte
Aus Seggen Papier herzustellen, das will wahrscheinlich niemand, der sich entscheidet, Seggen in den Garten zu holen. Aber schöne Effekte zu setzen, das ist hervorragend möglich.
Denn ihr Erscheinungsbild ist vielfältig. Von kräftig grün über grüngelb bis weißrandig – das Blattwerk kommt ganz unterschiedlich daher.
Einige Seggen lassen ihre Blätter überhängen, andere bilden kräftige Horste. Allen gemeinsam ist, dass sie Rhizome als Überdauerungsorgane bilden und dreikantige, schnittige Halme haben. Die Blüten bilden endständige Rispen, die sich in Beige-, Gelb- und Brauntönen zeigen.
Ganzjährig zu pflanzen
Wirklich hoch wachsen die wenigsten Arten, sieht man von der dunkelgrünen Riesen-Segge (Carex pendula) ab. Sie bildet bis zu 60 Zentimeter hohe Blatthorste und schiebt ihre Blütenhalme bis zu einem Meter und mehr hoch. Winterhart sind die meisten Arten, viele davon sind auch wintergrün, was einem Garten immer guttut.
Seggen können ganzjährig gepflanzt werden, zumindest solange der Boden nicht gefroren ist. Je nach Art und Sorte machen sie sich als Einzelpflanzen gut oder kommen flächig gepflanzt zur Geltung. Beim Pflanzen ist das Angießen wie üblich ein Muss. Eine Segge, die gut am Standort angekommen ist, will dagegen nur ihre Ruhe und braucht weder viel Gießwasser noch Dünger.
Vermehrung durch Ausläufer
Seggen vermehren sich durch Ausläufer und Selbstaussaat. Wer keinen allzu großen Garten hat, sollte dem Treiben der Pflanze daher Einhalt gebieten, sonst nimmt das Sauergras tatsächlich mehr Raum ein, als einem vielleicht lieb ist. Ein Rückschnitt ist, wenn überhaupt, erst im Frühjahr angesagt.
Seggen gehören mit Fug und Recht zu den wahren Urpflanzen. Forscher haben Pflanzenfossilien gefunden, die belegen, dass Seggen schon vor 30 Millionen Jahren existierten. Winzige, versteinerte Stücke von Seggen erzählen uns somit, wie beständig und anpassungsfähig sie sind. Das ist doch ein guter Grund, ihnen im Garten ein Plätzchen einzuräumen.