Im Garten RHEINPFALZ Plus Artikel Alt, aber gut: Der Knollige Sauerklee

Die Oca sieht aus wie einfacher Klee.
Die Oca sieht aus wie einfacher Klee.

Über der Erde weist nichts darauf hin, dass der Knollige Sauerklee unter der Erde ein Geheimnis verbirgt. Für Liebhaber exotischer Gemüsepflanzen ist er ein heißer Tipp.

Die auch Oca genannte Pflanze sieht zwar aus wie Klee, bildet aber unterirdisch im Herbst essbare Knollen aus. Daher stammt auch der Name Knolliger Sauerklee. Dieser essbare Bodendecker gedeiht gut im Schatten und eignet sich sogar als Unterpflanzung von Obstbäumen.

Oxalis tuberosa stammt aus den Anden. Dort sind die Knollen nach der Kartoffel die ältesten und zweitwichtigsten Erdfrüchte. Eine andere Bezeichnung für diese ungewöhnliche Gemüsesorte lautet daher Andenkartoffel. Die länglich-rundlichen Knollen werden häufig nicht viel größer als Hasel- und Walnüsse. Sie können eine gelbe, rote oder sehr dunkle Schale haben. Das Fruchtfleisch ist meist gelb.

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Wie man Oca zubereitet

Hoher Vitamin-C-Gehalt

Die Knöllchen zeichnen sich durch einen hohen Vitamin-C-Gehalt aus. Sie enthalten aber auch Calcium und Eisen. Wer den Geschmack von Rhabarber mag, für den kann die Oca eine interessante Gemüsepflanze sein.

Hierzulande zählt die Andenkartoffel zu den einjährigen Pflanzen, weil sie nur bedingt winterhart ist. Doch im milden Weinbauklima der Pfalz lässt sie sich durchaus als mehrjährige Staude nutzen. Denn die Knollen verkraften bis zu zehn Minusgrade. Wie bei Stauden üblich, sterben die oberirdischen Teile bei stärkerem Frost ab.

Es steckt aber viel mehr darunter.
Es steckt aber viel mehr darunter.

Die Triebe der Oca werden nur etwa 30 bis 40 Zentimeter hoch. Da sie sich auch gerne ausbreiten, eignen sie sich hervorragend als Bodendecker. Deshalb sollten sie auch nicht zu dicht nebeneinander gepflanzt werden. Damit die Pflanze jedoch ausreichend Knollen ausbilden kann, benötigt sie einen möglichst langen Herbst. Der Grund: Ocas beginnen erst ab etwa einer Tageslänge von zwölf Stunden mit dem Ausbilden der Knollen. Das heißt, sie starten ab September durch.

Gegen Frost schützen

Die Knollen wachsen dann so lange, wie auch die überirdischen Organe weiter wachsen und es noch keinen Frost gibt. Daher ist es ratsam, die Oca-Pflanzen ab Oktober mit einem Vlies gegen die ersten herbstlichen Nachtfröste zu schützen. Dadurch lässt sich die Wachstumsphase bis in den November oder gar Dezember ausdehnen. Die Wachstumsperiode kann verlängert werden, indem man die Pflanzen im Kaltgewächshaus oder in milderen Lagen an einer Wand mit Wärmeabstrahlung kultiviert.

Am besten eignet sich für den Anbau des Knolligen Sauerklees ein leichter, humoser Boden. Besonders hohe Erträge lassen sich im Sandboden erzielen. Damit keine Wühlmäuse an den Knollen knabbern können, empfiehlt sich in gefährdeten Gärten der Anbau der Ocas in unterirdischen Drahtgitterkörben. Diese sollten jedoch so groß sein, dass sie genügend Platz für die Knollen lassen. Eine normale Erntemenge beträgt ungefähr 15 bis 20 Knollen pro Pflanze. Was die Ansprüche an den Säurewert des Bodens anbelangt, sind Ocas sehr anpassungsfähig. Dieser kann zwischen fünf und 7,8 pH liegen.

Trotz ihrer roten Schale, haben die Knollen weißes Fleisch.
Trotz ihrer roten Schale, haben die Knollen weißes Fleisch.

Die Oca wächst, wenn es ihr zu heiß ist, nicht weiter. Sie bevorzugt, wie aus dem Anbaugebiet ihrer Heimat in bis zu 2500 Metern Höhe gewöhnt, mildere Temperaturen. Bei uns kann sie durchaus im Halbschatten, unter Obstbäumen oder anderen höheren Kulturpflanzen wachsen. Wichtig ist, dass die Sommerhitze durch die Begleitpflanzen etwas abgemildert wird.

Pflanzen lässt sich die Oca in Gebieten mit kühleren Sommern bis in den Juli hinein. Das gilt jedoch nicht für die Pfalz, wo es im Sommer sehr heiß werden kann. Hier sollte man die Andenkartoffel besser schon im Mai pflanzen, damit sie sich bis zu den heißen Tagen im Juni/Juli ein wenig eingewöhnen kann. Alternativ kann man sie in den Halbschatten setzen.

Anbau in Dammkultur

In Sachen Nährstoffbedarf ist die Oca ebenfalls genügsam. In älteren Gärten gedeiht sie ohne zusätzliche Düngung. Ansonsten reicht eine leichte Kompostgabe vor der Pflanzung aus. Zu viel Stickstoff regt lediglich das Triebwachstum an, und die Knollen bleiben eher klein. Bei der Pflanzung im Frühjahr darf aber etwas stickstoffbetonter Dünger, wie etwa Hornspäne, gegeben werden. Damit soll das Triebwachstum angeregt werden, ehe es im Sommer zum Erliegen kommt.

Wer bereits Erfahrung mit der von der Kartoffel bekannten Dammkultur hat, kann die Oca auch auf diese Art anbauen. Das heißt, parallel zum Längenwachstum der Triebe wird der Damm aus Erde kontinuierlich angehäufelt. Das führt dazu, dass möglichst viele Triebbereiche in Kontakt mit der Erde kommen, sodass sie entsprechend viele Knollen ausbilden. Die Ernte der Knollen im Spätherbst fällt im Sandboden recht leicht. Dazu braucht man meist nur die oberirdischen Triebe vorsichtig aus dem Boden zu ziehen, und die Knollen kommen meist mit. Aus schweren Böden lassen sich die Knollen vorsichtig mit einer Grabegabel herausheben.

Um den Geschmack der Oca noch zu verbessern, wird die Ernte an der Sonne noch fünf bis zehn Tage offen gelagert. So wird mehr Stärke in Zucker umgewandelt. Anschließend werden die Andenkartoffeln dunkel, kühl und trocken gelagert. In einem Lagerraum mit fünf bis zehn Grad Celsius können sie zwei bis vier Monate aufbewahrt werden.

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