Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Flüchtlinge sollen gleich nach der Ankunft Deutsch lernen

Die Geflüchteten sollen schon wenige Tage nach ihrer Ankunft einen Integrationskurs besuchen.
Die Geflüchteten sollen schon wenige Tage nach ihrer Ankunft einen Integrationskurs besuchen.

Zweibrücken will Flüchtlinge schneller integrieren. Dafür gibt es nun ein neues Programm, an dem Geflüchtete schon wenige Tage nach ihrer Ankunft teilnehmen sollen.

In dem Programm sollen die Geflüchteten möglichst schnell Deutsch lernen, Hilfe bekommen, um Arbeit zu finden, und sie sollen die deutsche Kultur und Werte vermittelt bekommen, „um das Verständnis und die Akzeptanz zu fördern“. So steht es in der Vorlage zur jüngsten Sitzung des Stadtrates. Der stimmte am Mittwoch einstimmig zu, dass der Internationale Bund (IB) das Programm für knapp 45.000 Euro anbietet. Mehrere Stadtratsmitglieder hatten jedoch Fragen und Anmerkungen. So wollte Aaron Holaus (FWG) wissen, was der Unterschied zu bestehenden Programmen ist. „Der Zeitpunkt. Es geht direkt los“, antwortete Bürgermeister Christian Gauf. „Jeder, der ankommt, soll direkt in den Kurs dazukommen“, erläuterte Sozialamtsleiter Tim Edinger. Und Holaus’ Fraktionskollege Ulrich Schüler wollte wissen, ob das nicht zu viel Fluktuation und unterschiedlichen Wissensständen führe. Dem sei so, sagte Tim Edinger, aber das sei im Konzept berücksichtigt. Es gehe anfangs um grundlegendes Wissen: „Wann sag’ ich ,Guten Morgen’, wann sag’ ich ,Guten Abend’?“

Kosten von 45.000 Euro

Das Programm richte sich an Geflüchtete, die für den Arbeitsmarkt in Frage kommen, also nicht an schulpflichtige Kinder und nicht an Ältere, sagte Edinger auf Nachfrage von Walter Rimbrecht (SPD). Der Kontakt zu Betrieben und Unternehmen, den Rolf Franzen anregte, sei Bestandteil des Kurses. „Bleibt was an uns hängen?“, wollte AfD-Sprecher Harald Benoit wegen der Kosten wissen. Die 45.000 Euro würden aus der Pauschale von 550.000 Euro bezahlt, die das Land der Stadt für die Betreuung von Flüchtlingen zur Verfügung stellt, sagte Edinger. Die Kosten sind unabhängig davon, „ob fünf, 15 oder 35 Personen teilnehmen“, antwortete er auf die Frage von Patrick Lang (Grüne).

„Die frühzeitige Integration von Flüchtlingen ist von großer Bedeutung für die Stadt Zweibrücken, um sowohl die sozialen als auch die wirtschaftlichen Herausforderungen, die mit der Aufnahme von Geflüchteten einhergehen, erfolgreich zu meistern. Eine schnelle und effektive Integration trägt zur Stabilität und zum sozialen Frieden bei und fördert Teilhabe der Geflüchteten am gesellschaftlichen Leben“, heißt es in der Vorlage zur Stadtratssitzung. Grünen-Sprecher Norbert Pohlmann hielt das neue Programm für „ganz wichtig“, CDU-Sprecher Pascal Dahler nannte es „absolut notwendig“. SPD-Sprecher Stéphane Moulin plädierte dafür, das Programm, das vorerst auf ein Jahr angesetzt ist, danach zu bewerten und zu sehen, was es gebracht hat.

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