Spielewelten
„Kavango“: Tiere sammeln für den Naturschutz
Die Naturzschutzarbeit beginnt für jeden Spieler mit einem leeren Tableau und zwei Tieren in der Auffangstation. Außerdem hat jeder einen Spezialisten mit einer Fähigkeit, einige Marker und vor allem einen Stapel Handkarten. Dieser Stapel muss je nach Runde und Anzahl der Spieler anders aufgebaut werden, was ein bisschen umständlich, aber sinnvoll ist für die steigenden Ansprüche in jeder Runde.
Hilfreiche Aktionskarten
Alle Naturschützer sind gleichzeitig dran und wählen eine Karte aus ihrem Stapel, die sie verdeckt vor sich ablegen. Die Karten werden anschließend umgedreht. Ist es eine Aktionskarte wie Forschung, Wiederaufforstung, Umsiedlung, Klimaschutz- und Tierschutzfonds, führt der Spieler den jeweiligen Soforteffekt aus – allesamt sind hilfreich. Mal gibt’s Geld, mal Forschungsaufgaben, die man später erfüllen kann, man bekommt eine wertvolle Renaturierungskarte oder kann gegen Bezahlung eine Karte vom Ablagestapel nehmen und sofort spielen.
Ist es eine Wildniskarte, darf der Spieler sie entweder ins seinem Reservat platzieren oder in seine Auffangstation legen, wo maximal drei Tiere Platz haben. Die Karte stattdessen abzuwerfen, bringt einen Geldmarker.
Tiere brauchen Schutz
Es gibt zwei unterschiedliche Wildniskarten: Produzenten und Tiere. Produzenten sind die Grundlage des Ökosystems, man könnte auch sagen: Futter. Diese Karten landen am oberen Rand unter dem Spielertableau und zeigen an, welches Futter man für die Tiere in seinem Reservat zur Verfügung hat. Es gibt Gräser, Bäume, Fische und wirbellose Tiere wie Insekten. Jede Tierart stellt eigene Anforderungen ans Büfett: Ein Blatthühnchen will beispielsweise Fisch und Insekten, der Strauß drei Insekten und einmal Gräser. Der Buschbock dagegen sucht drei Bäume.
Am Ende eines Spielzugs passieren noch zwei Dinge, die teilweise ebenfalls die Ansiedlung von Tieren beeinflussen können: Die Spieler können Forschungsaufgaben erfüllen und Geld investieren. Denn Tiere haben nicht nur Hunger. Sie brauchen Schutz, der mit Geldwürfeln bezahlt wird. Auf dem eigenen Tableau stehen Habitat- und Wildtierschutz zur Wahl. Man kann auch in den Klimaschutz auf dem Spielplan in der Tischmitte investieren.
Auf diesem Plan liegen pro Runde vier Forschungsaufgaben aus. Sie stellen im Lauf der Partie immer anspruchsvollere Anforderungen an Karten-Sets im eigenen Reservat. Je besser ein Spieler eine Aufgabe erfüllt, desto mehr Geld und Punkte bekommt er.
Nahrungskette wirkt
Zurück zum Spielzug. Haben alle ihre Karte abgehandelt, gibt jeder seinen verbleibenden Stapel nach links weiter, und der nächste Zug beginnt. So füllen sich nach und nach die Reservate, wobei wie in einer Nahrungskette alle dort angesiedelten Tiere wiederum als Futter für größere Tiere zählen. Die Futtersymbole verbrauchen sich nicht, man muss nur für jedes Tier genug haben.
Nach drei Runden endet eine Partie mit einer Schlusswertung. Jedes Tier bringt Punkte. Außerdem gibt es drei Umweltschutzpreise zu gewinnen für Biodiversität, Klimaschutz- und Naturschutzpreis.
„Kavango“ ist ein toll illustriertes Set-Collection-Spiel mit Hidden Drafting und vielen Aktionsmöglichkeiten. Die zehn Spezialisten sind durch ihre Fähigkeiten ganz unterschiedlich spielbar. Ein Solo-Modus steckt auch noch in der Box.
All das macht „Kavango“ zu einem Naturschutzspiel mit Anspruch, das Wenig-Spieler heraus- bis überfordern kann. Erfahrenere Spieler haben mit dem Tableau-Aufbau und Futtersammeln fürs nächste große Tier, den Investitionsmöglichkeiten und Spezialfähigkeiten ihre Freude.
Spielführer
Autor: Matt Brown & Zara Reid
Illustrator: Matt Brown
Genre: Naturschutzspiel
Spieler: 1 – 4
Alter: ab 10 Jahren
Dauer: 45 bis 60 Minuten
Verlag: Schmidt Spiele
Preis: um 50 Euro