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Humankind bringt frischen Wind ins Globalstrategie-Genre
„Humankind“ ist die neueste Großproduktion im Genre der rundenbasierten 4X-Strategiespiele – eXplore, eXpand, eXploit, eXterminate, also „auskundschaften, ausbreiten, ausbeuten, auslöschen“. Deren bekanntester Vertreter ist das spielerisch und optisch recht ähnliche „Civilization 6“. Doch in vielen Feinheiten und manch großer Designentscheidung hebt sich der Neuling vom Genre-Großvater ab. Dass die Entwickler, die französischen Amplitude-Studios, bereits Erfahrung im Genre haben, macht „Humankind“ zum ernsthaften Konkurrenten.
Als kleiner Stamm in der Steinzeit starten die Spieler in die „Humankind“-Partien. Doch statt möglichst schnell eine erste Stadt zu erbauen, gilt es, Nahrung zu finden, Ruinen zu plündern und die Umgebung zu erkunden. Sind die ersten Mammuts erlegt, ist der Stamm gewachsen und sind erste Ruhm-Sterne – dazu gleich mehr – verdient, folgen der Aufstieg ins erste Zeitalter, die Antike, und die Gründung der ersten Siedlung. Bei jedem Wechsel in eine neue Epoche (auf die Jungsteinzeit folgen Antike, Altertum, Mittelalter, frühe Neuzeit, Industriezeitalter und Gegenwart) wählt der Spieler eins von jeweils zehn Völkern aus, um so die eigene Nation wie mit einem Baukasten nach eigenen Vorstellungen zu formen. Wer in seinen Städten gerne Weltwunder errichten möchte, ist beispielsweise mit einem industrieaffinen Volk wie den Ägyptern gut beraten, wer früh Kriege führen möchte, wählt eher die Mykener. So hat jedes der insgesamt 60 Völker eigene Vorteile, charakteristische Gebäude und Einheiten. Römer etwa bauen auf den Hexfeldern um ihre Städte Triumphbögen und ziehen mit Legionen ins Feld, während Goten mit Kavallerie und Hügelgräbern daherkommen. Im Laufe jeder Partie von „Humankind“ entstehen so interessante Mischungen; wenn etwa sumerische Bibliotheken neben mexikanischen Haciendas stehen.
Noch ein Unterschied zum großen Konkurrenten, der bekannterweise ebenfalls auf die Hexfeld-Optik setzt: In „Humankind“ breiten sich die Landesgrenzen nicht selbstständig aus. Stattdessen müssen in der Spielwelt vorhandene Territorien erobert und mit Außenposten gesichert werden. Die wiederum lassen sich mit den Städten verbinden, um weitere Bauplätze zu schaffen. Diese steuern außerdem ihrerseits die Ressourcen Nahrung, Gold und Wissenschaft bei.
Ziel des Spiels muss übrigens nicht zwangsläufig das Erobern der anderen Völker auf den teils riesigen Weltkarten sein: In jeder Epoche kann eine bestimmte Anzahl an Ruhm-Sternen gesammelt werden – etwa durch den Bau von besonders vielen Distrikten um die Städte herum. Wer genügend Sterne gesammelt hat, kann so auch gegen militärisch überlegene Nationen gewinnen.
Was die Optik und vor allem die Soundkulisse angeht, gibt’s an „Humankind“ kaum etwas auszusetzen. Die kurzen Wartezeiten zwischen den einzelnen Runden lassen sich so gut ertragen – denn auf den Weltkarten und in den Distrikten gibt’s stets neue Details zu entdecken. Wer die „Civilization“-Spiele mag, kann bei „Humankind“ bedenkenlos zugreifen.
INFO
Verlag: Sega
Freigegeben: Ab 12 Jahren
Wertung: 8 von 10 Punkten