Spielewelten
„Gardlings“: Gartengestaltung als großer Spaß
Die Gärtnerwesen mit Spezialeffekten helfen einem bei dem „Bag-Building-Spiel für grüne Daumen“, wie es in der Anleitung heißt. In dem vergnüglichen Spiel geht es darum, genügend Diamanten zu sammeln. Denn nur, wer davon die meisten hat, kann den schönsten Garten anlegen. Vielleicht hilft einem dabei auch ein Glücksschweinchen.
Ja, ich gestehe: „Gardlings“ ist eins dieser Spiele, in die ich mich sofort verliebt habe. Und das, obwohl ich bei der ersten Partie ganz eindeutig den Kürzeren gezogen habe. Das ist fast wörtlich zu nehmen. Denn bei diesem Spiel bekommt jeder der bis zu fünf Spieler zunächst einen schicken grünen Stoffbeutel, aus dem verschiedene Plättchen gezogen werden müssen. Der Grundstock, den man zur Verfügung hat, ist simpel: vier Plättchen mit je einem Gnom, zwei mit je zwei Gnomen und zwei Glücksschweinchen.
Die Plättchen mit den Gardlings werden an das Markttableau in die Mitte des Tischs gelegt. Je nach Farbe braucht man vier, sieben, zehn oder 14 Diamanten und/oder Münzen, um sich einen weiteren Gardling ins Säckchen zu holen.
Paradiesvögel wie Elwetritsche
Denn Gardlings sind sehr nützliche Wesen. Mit zwei Gärtnern kann man zum Beispiel einen Triple-Edelstein legen, der wie drei Edelsteine zählt. Die Pilzköpfe erzeugen Edelsteinverbindungen. Wenn diese vollständig sind, darf man auch den Bonus-Edelstein in der Mitte dazuzählen. Die Paradiesvögel, die sehr an Elwetritsche erinnern, bieten bunte Eier, an die man Edelsteine jeder Farbe anlegen kann. Sie sind quasi die Joker. Die Plättchen mit Einhörnern darf man jederzeit an eine andere passende Stelle in seinem Garten versetzen. Und die Drachen reduzieren die Anzahl der Gnome im Garten.
Womit wir auch schon beim Thema Gnome wären. Diese kleinen Störenfriede sind die eingebaute Bremse im Spiel. In jeder Runde ziehen alle Spieler gleichzeitig. Bis die Gnome ihnen Einhalt gebieten. Denn bei dem, der sechs Gnome in seinem Garten ausliegen und keinen Drachen hat, gibt es einen Gnomalarm. Das gezogene Plättchen darf man nicht mehr anlegen, der Gartenbau ist sofort einzustellen. Und die Anzahl der gesammelten Edelsteine reduziert sich um drei. Da kann es schon frustrierend sein, wenn die anderen Spieler am Tisch noch fröhlich weiter Diamanten zusammensetzen.
In jeder Runde ein anderes Konstrukt
Sind alle fertig, und die neuen Gardlings, die man sich kaufen kann, sind verteilt, wandern alle Plättchen zurück in den jeweiligen Stoffbeutel, und das Gartenbauen beginnt von vorne. So entsteht in jeder Runde ein anderes Konstrukt vor einem. Langeweile kommt da nicht auf. Zumal jeder auch eine andere Taktik verfolgen kann.
Und wem das Grundspiel noch nicht taktisch genug ist, der kann zur Profi-Variante wechseln. Beim Gnomalarm verliert man die Hälfte der gesammelten Edelsteine. Eine Lücke, die von Plättchen umringt ist, zählt als Teich und bringt dagegen Münzen. Und auch die Glücksschweinchen bekommen noch etwas mehr Gewicht, indem sie zu höherwertigen Glücksbringern mutieren können. Als Mini-Erweiterung gibt es außerdem noch Missionsplättchen, die man spielen kann.
Überzeugendes Gesamtpaket macht großen Spaß
Ja, „Gardlings“ ist ein großer Spaß. Bag-Building-Spiele gibt es ja zuhauf. Aber hier stimmt einfach alles. Die Mechanismen greifen ineinander, die Optik ist toll, das Material ebenfalls. Die Regeln sind leicht zu verstehen. Und nach der ersten Runde weiß man, dass Risikobereitschaft belohnt werden kann, wenn man fünf Gnome ausliegen hat.
Es kann aber auch schiefgehen. Oft sieht man zwar zwei gleiche Diamantenhälften auf den Plättchen, aber sie sind eben nicht in der richtigen Reihenfolge da. Dann heißt es: kreativ werden.
Wer zuerst 17 Diamanten und/oder Münzen gesammelt hat, darf sich das Siegerplättchen nehmen. Das Gesamtpaket erzeugt einen hohen Wiederspielfaktor, dem sich alle Generationen nicht entziehen können. Selbst wenn man, wie ich, keinen grünen Daumen hat.
Spielführer
„Gardlings“ von Kristian A. Østby und Maria Østby
Verlag: Schmidt Spiele
Spieler: 1 – 5
Alter: ab 8 Jahren
Dauer: etwa 30 Minuten
Preis: circa 30 Euro