Spielewelten
„Baron Oxx“: Ochsen geschickt anlegen
31 Jahre ist es her, dass „6 nimmt!“ des Autorenduos Wolfgang Kramer und Michael Kiesling den Deutschen Spielepreis abgeräumt hat und auf der Auswahlliste zum Spiel des Jahres 1994 stand. In der Fortsetzung „Baron Oxx“ gibt es 110 nummerierte Karten, die Hornochsen in Blau, Gelb, Grün, Schwarz, Weiß und Rot in verschiedenen Verteilungen von eins bis sieben zeigen. Sie werden gemischt und an die Spieler verteilt, je nach Anzahl der Personen am Tisch gibt es unterschiedlich viele Karten.
Jeder legt seine Karten als verdeckten Stapel vor sich und zieht vier. In der Tischmitte liegen fünf Karten. Nun wählen alle je eine Handkarte und legen sie verdeckt vor sich ab, dann decken alle auf. Die Zahl der Karte legt die Zugreihenfolge fest. Je niedriger die Karte, desto früher ist man dran.
Baron als Joker
Wer an der Reihe ist, nimmt seine Karte und legt sie an eine der fünf Karten in der Tischmitte an. Voraussetzung ist, dass die zuletzt dort angelegte Karte mindestens einen Ochsen derselben Farbe zeigt wie auf der ausgespielten Handkarte. Je mehr Ochsen unterschiedlicher Farbe auf einer Karte sind, desto eher bekommt man sie daher unter. Besonders hilfreich ist der exzentrische Baron Oxx, der als Joker in jede Reihe passt.
Am Anfang passiert beim Ablegen der Karten wenig. Da die Spieler aber ihre vier Karten spielen müssen, bevor sie neue nehmen dürfen, wird die Auswahl regelmäßig dürftig. In der vierten Runde muss jeder spielen, was er noch auf der Hand hat – mit manchmal unerfreulichen Folgen.
Reihenfolge bedeutend
Man kann sich denken, dass die Zugreihenfolge von essenzieller Bedeutung ist. Packt jemand die falschen Ochsen in eine Reihe, an der man selbst seine Karte anlegen wollte, ist der Zug nicht mehr möglich, weil die gespielte Karte nicht mehr passt. Ist das der Fall, kassiert der Spieler eine der ausliegenden Reihen und sammelt deren Karten als Minuspunkte. Er sollte nicht die mit dem Baron nehmen, denn der bringt saftige sechs Minuspunkte. Das toppt nur die Karte mit der 107, die sieben Ochsen zeigt und genauso viele negative Zähler im Gepäck hat.
„Reihen kassieren“ muss man aus zwei weiteren Gründen: Legt ein Spieler die sechste Karte oder den sechsten Ochsen einer Farbe an eine Reihe an, muss er jeweils alle Karten dieser Reihe nehmen.
Übersichtliche Anleitung
Haben alle ihre Karten ausgespielt, gibt es die Schlusswertung, bei der jeder seine Minuspunkte zählt. Wer die wenigsten hat, gewinnt ein vergnügliches Spiel mit Ärgerfaktor, das flott erklärt und gespielt ist.
Die übersichtliche Anleitung von „Baron Oxx“ gibt es in zwei Varianten: Bei der ersten entfällt die Regel, dass ein Spieler die Reihe nehmen muss, an der er die sechste Karte anlegt. Bei der zweiten gibt es für die gesammelten Hornochsen Plus- statt Minuspunkte. Man möchte also möglichst viele davon haben, was dem Spiel einen ganz anderen Dreh gibt. Das ist gelungen und kommt gern wieder auf den Tisch.
Spielführer
„6 nimmt! Baron Oxx“ von Wolfgang Kramer und Michael Kiesling
Spieler: 2 – 10
Alter: 8 Jahre
Dauer: 30 Minuten
Verlag: Amigo
Preis: um 10 Euro